Landwirtschaft
Neue Chance für Aargauer Bauern: Pro Natura setzt auf Reis

Statt die Entwässerung der Felder für viel Geld zu sanieren, sollten Bauern im Aargau lieber Reis anbauen, findet die Naturschutzorganisation Pro Natura. Das würde dazu beitragen, Quellen und Feuchtgebiete im Kanton wiederherzustellen.

Fabian Hägler
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Reis: Das Schweizer Korn der Zukunft?

Reis: Das Schweizer Korn der Zukunft?

Keystone

«Wir setzen grosse Hoffnungen in die Versuche von Agroscope Reckenholz mit dem Reisanbau», sagt Matthias Betsche, der Präsident von Pro Natura Aargau. Das renommierte Forschungsinstitut hatte letzte Woche gezeigt, dass Reis auch in der Nordschweiz mit Erfolg kultiviert werden kann. Das freut Pro Natura und eröffnet laut der Naturschutzorganisation neue Perspektiven für Bauern. «Wir müssen das Wasser künftig zurückhalten, anstatt es so rasch wie möglich über Drainagen bachab zu schicken», ist Betsche überzeugt.

Im Aargau gibt es rund 40'000 Hektaren Fruchtfolgeflächen. «Bei einem Grossteil davon wurde das Wasser primär allem im 20. Jahrhundert mit hohen Kosten ausgetrieben», heisst es in einer Mitteilung von Pro Natura. Im Wasserkanton seien so über 90 Prozent aller Feuchtgebiete zerstört worden. Die subventionierten Drainagen umfassen rund 13'500 Hektaren, ihre Erneuerung wird laut Pro Natura auf 350 bis 400 Millionen Franken veranschlagt. Ausserdem würden Quellen heute immer häufiger versiegen und in Hitzeperioden wie diesen Sommer sei kleineren Flüssen die Wasserentnahme nicht mehr zuzumuten – mit verheerenden Folgen für die Landwirtschaft. «Angesichts zunehmender Trockenheit und schmelzender Gletscher müssen wir die unsinnig teuren Drainagepläne von Bund und Kanton begraben. Stattdessen müssen wir das Wasser zurückhalten», sagt Betsche.

Dazu könnte der Nassreisanbau beitragen, zudem habe dieser einen günstigen Einfluss auf das lokale Klima, hält er fest. «Der Reisanbau erfordert die Vernässung der Böden, hält das Wasser zurück und fördert damit die Wiederherstellung von Quellen und Feuchtgebieten im Aargau», erläutert der Pro-Natura-Präsident.