Es war ein grosses Ziel, das sich die «Duplos» letzten Sommer gesetzt haben: Die parteilose Gemeinschaft plante, sich 2019 zwei Nationalratssitze zu sichern. Nun macht der Brugger Richard Fischer, Mitbegründer der Bewegung, einen Rückzieher. «Wir haben uns entschieden, uns aus dem Rennen zu nehmen», erklärt er. Das Ergebnis nach der Kandidatensuche sei sehr spärlich gewesen. Nur einen Kandidaten konnten die «Duplos» finden. «Es war eine Erfahrung», sagt Fischer. «Aber mit einer so schwachen Basis kann das nicht klappen.»

Richard Fischer erklärt sich den fehlenden Erfolg durch mangelndes Interesse an der Gruppierung und deren Werten. An diese glaubt er selber aber trotzdem noch: «Wir treten zwar nicht an, werden unsere Werte der Generationengerechtigkeit im Abstimmungskampf aber einbringen.»

Auf der Website der «Duplos», die noch immer aktiv ist, aber seit August nicht überarbeitet wurde, sind diese Werte beschrieben. In der Rubrik «7 Bausteine» sind Duplo-Bauklötze zu finden: vier rote – Solidarität und Sicherheit, kompromissfähiger Dialog und Transparenz, Gesundheitswesen sowie Altersvorsorge – und jeweils ein gelber (Ökonomie und Arbeit), ein blauer (Bildung und Jugend) und ein grüner (Umwelt). Die Website will Fischer auch nicht löschen, seit klar ist, dass keine Liste entsteht.

Die Gruppierung «Duplos» trat im Juni 2018 erstmals in Erscheinung, als sie in Brugg mit Plakaten warben. Damals bezeichnete Fischer die «Duplos» als «unabhängige Bausteine einer sozialliberalen Wertegemeinschaft». Im August wurde die Website veröffentlicht.

Holten kandidiert für Piraten

Erfolgreicher zeigt sich beim Suchen neuer Kandidaten eine andere politische Bewegung: die Piratenpartei. Wie die Fricktaler Tierschützerin Nancy Holten auf Anfrage bestätigt, gehört sie neu zu den Piraten. «Ja, ich bin dabei bei der Piratenpartei und raus bei den Grünen», so Holten. Dies bestätigt auch Vizepräsidentin Sylvia Oldenburg. Als Holten in einem Aufruf der Partei gesehen habe, dass noch Kandidaten gesucht werden, habe sie sich spontan beworben. «Ich bin bereit und habe die Kompetenz, auch wenn mir die Erfahrung in der Politik noch fehlt. Aber man muss ja irgendwann anfangen», meint sie. «Im Herz bin ich eine Grüne, aber die haben mir keine Chance gegeben. Daher gehe ich meinen Weg dort weiter, wo mir die Türen offenstehen.» Die Piraten hätten sie mit offenen Armen empfangen und die Themen der Partei decken sich mit ihren Interessen.

Das Präsidium der Piraten unterstütze ihre Kandidatur. «Wir wollen aber noch das OK der Mitglieder», sagt Holten. Dies soll an der ausserordentlichen Parteiversammlung vom 5. März geschehen. «Wir hoffen, in diesem Rahmen noch weitere Kandidaten nominieren zu können», so Oldenburg.