«Pünktlich auf den Beginn der Sommersession im Nationalrat Ende Mai», sagt Kälin fröhlich. Ob das Baby den Termin aber genau einhalten wolle, wisse sie natürlich nicht. Geht alles nach Plan, wird Irène Kälin die Sommersession (28. Mai bis 15. Juni) also im Mutterschaftsurlaub verbringen.

Die Islamwissenschafterin und Gewerkschafterin ist erst seit der letzten Wintersession im Nationalrat. Sie wurde am 27. November in Pflicht genommen und rückte für Jonas Fricker nach, der wegen seines Vergleiches von Judendeportationen und Schweinetransporten vorzeitig zurückgetreten war.

Eines ist für Kälin klar: Sie wird ihre noch frische Nationalratskarriere wegen ihres Nachwuchses nicht abbrechen. «Bis zu den nächsten Wahlen im Herbst 2019 mache ich sicher mit viel Freude und Engagement weiter», so Kälin. Dann werden die Karten ohnehin neu gemischt. Es ist unter anderem noch offen, ob die prominente Ex-Regierungsrätin Susanne Hochuli antritt und parteiintern Irène Kälin den zurzeit einzigen Sitz der Aargauer Grünen streitig macht.

Vorfreude auf Patchwork-Familie

Irène Kälin ist mit Werner De Schepper liiert; der Journalist ist Co-Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten». Gemäss Kälin wird ihr Partner, der zurzeit eine 100-Prozent-Stelle bekleidet, mindestens einen Tag pro Woche die Kinderbetreuung übernehmen. De Schepper wurde in den letzten Wochen medial wegen anonymer Vorwürfe von sexuellen Belästigungen aus der Vergangenheit thematisiert. Irène Kälin kommentiert das nicht. Sie sagt nur: «Wir freuen uns sehr auf unser gemeinsames Kind und die Bereicherung unserer Patchwork-Familie.» (az)