Kriminalität
Nationalität von Tätern nennen: Zürich diskutiert – und der Aargau?

In Zürich steht zur Diskussion, ob die Nationalität der Täter in Medienmitteilungen der Polizei weiterhin erwähnt werden soll. Im Kanton Aargau ist dies seit Jahren Praxis, wie Roland Pfister von der Kantonspolizei sagt.

Marina Bertoldi
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Im Aargau ist es normal, die Nationalität und das Alter des Täters zu veröffentlich, sagt Roland Pfister von der Kantonspolizei Aargau.

Im Aargau ist es normal, die Nationalität und das Alter des Täters zu veröffentlich, sagt Roland Pfister von der Kantonspolizei Aargau.

Im Zürcher Gemeindrat kam es zu einer hitzigen Debatte. Anstoss dazu war ein Postulat der SP-Fraktionschefin Min Li Marti und dem GLP-Politiker Samuel Dubno, in dem gefordert wird, die Stadtpolizei soll künftig in ihren Medienmitteilungen auf die Veröffentlichung der Nationalität von Tätern verzichten. Nach langer und teilweise heftiger Diskussion wurde das Postulat mit 72 zu 46 Stimmen überwiesen.

Laut Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, stehe ein solcher Entscheid im Kanton Aargau nicht zur Debatte. «Es ist jahrelange Praxis, dass wir Alter und Nationalität von Tätern nennen.»

Diese Vorgehensweise stütze die Kantonspolizei auf die offizielle Empfehlung der Schweizerischen Konferenz der Medienbeauftragten der Schweizer Polizeikorps (SKMP).

Keine Angaben mache die Kantonspolizei über den Migrationshintergrund von Tätern. Bei Kapitalverbrechen bestätige die Polizei zwar teilweise die ursprüngliche Herkunft von Tätern, in den Medienmitteilungen werde der Migrationshintergrund aber nicht veröffentlicht.