Bildung
Namhafte Personen aus Wirtschaft und Politik bekämpfen die "Nein zum Lehrplan 21»-Initiative

Ein breit abgestütztes Komitee kämpft im Kanton Aargau gegen die Volksinitiative "Ja zu einer guten Bildung - Nein zum Lehrplan 21". Die Initiative, die am 12. Februar zur Abstimmung gelangt, führt den Aargau gemäss Komitee in den "bildungspolitischen Alleingang".

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Die Medienkonferenz des Komitees gegen die Aargauische Volksinitiative.

Die Medienkonferenz des Komitees gegen die Aargauische Volksinitiative.

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Die Initiative schaffe Unklarheiten und provoziere einen Scherbenhaufen, sagte SP-Grossrat Thomas Leitch am Dienstag in Aarau an einer Medienkonferenz des Komitees "Bildungsbremse! - Nein zur schädlichen Volksinitiative".

Das Begehren verhindere weder die Einführung des Lehrplans 21 noch die Einführung eines kompetenzorientierten Lehrplans. Auch der Regierungsrat und der Grosse Rat würden das Volksbegehren zur Ablehnung empfehlen.

Dem Nein-Komitee gehören Vertreter aller politischen Parteien an. Auch zahlreiche Verbände engagieren sich gegen die Volksinitiative. Mit dabei sind der Aargauische Gewerbeverband, die Industrie- und Handelskammer, der Aargauische Gewerkschaftsbund, der Lehrerverband sowie die Verbände der Schulleiterinnen und Schulpflegepräsidenten.

Für flexiblen Lehrplan

Gewerbeverbands-Präsident Kurt Schmid sagte, die Vereinheitlichung des Lehrplans erfülle eine langjähriger Forderung der Arbeitgeber und Lehrbetriebe. Die mit der Digitalisierung eingeleitete Wirtschaftsentwicklung erfordere einen flexiblen Lehrplan.

FDP-Grossrat Titus Meier wies darauf hin, die Gesellschaft und Wirtschaft erforderten Mobilität. Deshalb dürfe sich der Aargau bei der Volksschule nicht für eines Insellösung entscheiden.

Gegen einen Alleingang sprach sich auch SVP-Grossrat Richard Plüss aus. Mit der Festsetzung eines sehr eingeschränkten Fächerkataloges im Schulgesetz werde die Schule Aargau blockiert. Fächeranpassungen müssten flexible möglich sein.

Auf die Mehrkosten bei Ausbildung der Lehrpersonen und bei den Lehrmitteln wies CVP-Grossrat Martin Steinacher hin. Der Aargau benötige gute Lehrpersonen mit einer fortschrittlichen Ausbildung und kostengünstigen Lehrmitteln.

Aargau lässt sich Zeit

Ein konservativ ausgerichtetes Komitee hatte das Begehren "Ja zu einer guten Schule - Nein zum Lehrplan 21" im Juni 2015 mit 4392 gültigen Unterschriften eingereicht.

Das Begehren schlägt einen neuen Paragrafen zum Lehrplan im kantonalen Schulgesetz vor. Darin werden unter anderem die Fächer aufgezählt, die auf der Primar- und Oberstufe unterrichtet werden.

So soll auf der Primarstufe nur eine Fremdsprache auf dem Stundenplan stehen. Dem Initiativkomitee gehören Lehrpersonen und einzelne Mitglieder aus den Reihen von EVP, SVP und FDP an.

Der Kanton Aargau gehört bislang nicht der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat) an. Daher kann der Aargau selbst über seinen Lehrplan entscheiden.

Der Regierungsrat entschied, die Einführung des Lehrplans 21 auf das Schuljahr 2020/21 zu verschieben. Der Lehrplan 21 ist der erste gemeinsame Lehrplan für die Deutschschweizer Kantone. Er umfasst die gesamte Volksschule vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe I.

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