Tiefenlager

Nagra liefert geforderte Zusatzdokumente bis Mitte 2016

Der Atommüll wird bis zur Inbetriebnahme eines geologischen Tiefenlagers weiterhin im Zwischenlager in Würenlingen aufbewahrt.

Der Atommüll wird bis zur Inbetriebnahme eines geologischen Tiefenlagers weiterhin im Zwischenlager in Würenlingen aufbewahrt.

Der Zeitplan für die Suche nach einem Standort für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle ist angepasst worden. Die Nagra legt die geforderten Zusatzdokumente zur Bewertung der Standortgebiete bis Mitte 2016 vor. Der Bundesrat entscheidet voraussichtlich bis Ende 2018.

Zuvor wird das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) im Frühling 2017 die Detailprüfung der nachgelieferten Papiere der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) abschliessen. Das teilte das Bundesamt für Energie (BFE) am Mittwoch mit.

Die Aufsichtsbehörde ENSI hatte von der Nagra eine Reihe von zusätzlichen Daten und Bewertungen "für eine bessere Beurteilungsgrundlage der Standortgebiete" gefordert. Es geht um die "Tiefenlage im Hinblick auf bautechnische Machbarkeit" eines Tiefenlagers in den jeweiligen Standortgebieten.

Das ENSI und seine Experten waren Ende August bei der Prüfung derNagra-Unterlagen zum Schluss gekommen, dass "gewisse Daten nicht belastbar und gewisse Argumentationen nicht nachvollziehbar sind".

Von Schleuse zu Schleuse und schliesslich in die Stollenbahn: So funktioniert die Tiefenlagerung von hochaktiven Abfällen

Von Schleuse zu Schleuse und schliesslich in die Stollenbahn: So funktioniert die Tiefenlagerung von hochaktiven Abfällen

Im Januar hatte die Nagra die Standortgebiete Jura Ost und Zürich Nordost für die Lagerung sowohl von schwach- und mittelradioaktiven als auch von hochradioaktiven Atomabfällen vorgeschlagen. Nur noch diese beiden Gebiete sollten in der dritten Etappe des Auswahlverfahrens vertieft untersucht werden.

Alle sechs Standorte bleiben im Auswahlverfahren

Aus dem Rennen nahm die Nagra die in der ersten Etappe noch im "Sachplan geologische Tiefenlager" enthaltenen Standorte Jura Südfuss (SO/AG), Nördlich Lägern (ZH/AG), Südranden (SH) und Wellenberg (NW/OW). Alle Standortgebiete bleiben jedoch bis zum Entscheid des Bundesrats im Auswahlverfahren.

Die Nagra muss auf Verlangen des ENSI zusätzliche Analysen liefern. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass ein Lager in 900 Metern Tiefe zwar sicher gebaut werden könne, dass diese Tiefenlage aber im Vergleich zu 700 Metern sicherheitstechnische Nachteile habe.

Öffentliche Vernehmlassung Ende 2017

Zum Gutachten des ENSI nehmen die Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) und der Ausschuss der Kantone Stellung. Ende 2017 sollen alle Berichte, Gutachten und Stellungnahmen in eine dreimonatige öffentliche Vernehmlassung gehen, wie das Bundesamt für Energie weiter mitteilte.

Meistgesehen

Artboard 1