Neben den acht Tiefbohrungen, die mehrere hundert Meter in den Boden reichen, will die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) auf dem Bözberg weitere, weniger tiefe Bohrungen vornehmen. Jetzt liegt in Riniken ein erstes Gesuch für eine sogenannte Quartär-Bohrung auf. Mit Quartär-Bohrungen werden Bohrkerne gewonnen, die Hinweise zu Erosionsprozessen und zur tektonischen Aktivität in der Vergangenheit liefern können, wie das Bundesamt für Energie am Dienstag mitteilte.

Das Quartär ist das jüngste geologische Zeitalter. Es hat vor 2,5 Millionen Jahren begonnen und dauert bis heute an. Die Nagra wird bis Ende 2017 voraussichtlich zehn Gesuche für solche Bohrungen einreichen. Die Quartär-Bohrungen sind vergleichbar mit Bohrungen für Erdwärmesonden. Mit den gewonnenen Bohrkernen soll der jüngste geologische Zeitabschnitt der Standortgebiete rekonstruiert werden. So ergeben sich Hinweise zur geologischen Langzeitentwicklung. Die Standorte der Bohrstellen können ausserhalb der geologischen Standortgebiete liegen. Die Bohrungen erreichen meist
eine Tiefe von ein paar Dutzend Metern, in Ausnahmefällen wenige hundert Meter. Der mobile Bohrturm hat eine Höhe von 10 bis 20 Metern. Die Bohrungen dauern wenige Wochen und werden tagsüber während der normalen Arbeitszeiten durchgeführt. Nach Abschluss der Bohrung wird die Bohrstelle vollständig geräumt und der Ausgangszustand wieder hergestellt. Das Gesuch für die Bohrung in Riniken liegt bis zum 31. Mai öffentlich auf. (sda)