Schädlinge

Nächste Frasswelle rollt im Hochsommer heran

Der Buchsbaumzünsler ist mittlerweile im ganzen Kanton verbreitet. Schuld daran sind vor allem die Menschen. Die Schädlinge gelangen beispielsweise in andere Gebiete, indem sie auf Buchsbäumen «verschenkt» werden.

Aus Gemeinden im ganzen Aargau waren in den letzten Wochen Meldungen über den Buchsbaumzünsler zu vernehmen. Erneut hatten die gefrässigen Raupen die Buchsbäume in den Gärten befallen. «Derzeit beruhigt sich die Lage wieder, die Raupen verpuppen sich demnächst», erklärt Eva Bantelmann von der Koordinationsstelle Neobiota des aargauischen Departements für Gesundheit und Soziales. Eine nächste Welle sei erst im Hochsommer zu erwarten.

Im Jahr 2007 ist er eingewandert - und ist seither stets im Frühling und im Sommer äusserst gefrässig unterwegs: der Buchsbaumzünsler. Der Kleinschmetterling ist im asiatischen Raum heimisch und wurde vermutlich mit befallenen Pflanzen- oder Steinlieferungen im Rheinhafen Basel eingeschleppt. Er gehört deshalb zu den sogenannten Neobiota, den neu eingewanderten Lebewesen. Für Schäden an Buchsbäumen sorgt die Raupe des Schmetterlings. Mittlerweile ist der Buchsbaumzünsler nicht mehr nur in der Region Basel zu finden, sondern in weiten Teilen der Schweiz. «Im Kanton Aargau kann man von einem flächendeckenden Befall reden», so Eva Bantelmann.

Für seine grossflächige Verbreitung hat der Buchsbaumzünsler allerdings nicht selbst gesorgt. «Die kleinen Schmetterlinge fliegen nur wenige Kilometer», weiss Eva Bantelmann. Hauptverantwortlich für die weite Verbreitung sei demnach der Mensch. «Oftmals werden Buchs-Pflanzen verschenkt, so hat sich der Buchsbaumzünsler von Kanton zu Kanton verbreitet», sagt die Expertin.
In diesem Jahr ist ein starker Befall feststellbar. Dies sei allerdings nicht aussergewöhnlich oder besorgniserregend: «Der Buchsbaumzünsler ist in dieser Hinsicht vergleichbar mit dem Maikäfer, es gibt Jahre mit starkem und mit schwächerem Befall.» Bereits im Jahr 2010 habe es einen Befall in ähnlicher Grössenordnung gegeben.

Im Kehrricht entsorgen

Als neu eingewanderter Schädling hat der Buchsbaumzünsler keine natürlichen Fressfeinde. «Buchs enthält Bitterstoffe, die sich in den Raupen ansammeln», so Bantelmann, «es wurden schon Vögel beobachtet, die die bitteren Raupen wieder ausgespuckt haben.» Allerdings betont die Expertin auch, dass die Raupen für Menschen nicht schädlich sind. «Bei kleineren Buchsbäumen ist ein Absammeln von Hand deshalb möglich.» Bei grossen Buchsbäumen dagegen gebe es kaum eine Alternative zu Pflanzenschutzmitteln. Wer die Raupen absammelt oder absaugt, sollte sie im Kehricht entsorgen. «Nur so kann eine weitere Verbreitung ausgeschlossen werden», betont Bantelmann. Die Tatsache, dass der Buchsbaumzünsler einzig Buchsbäume befällt, hält seinen Schaden in Grenzen. «Im Vergleich zu anderen Schädlingen, die ganze Wälder befallen können, ist er recht harmlos und deshalb auch nicht meldepflichtig», so die Expertin.

In diesem Monat werden sich die Raupen verpuppen. «Der Falter schlüpft etwa eine Woche später, paart sich in seinen acht Tagen Lebenszeit und legt im Umkreis von einigen Kilometern seine Eier an Buchsbäumen ab», erklärt Bantelmann den Entwicklungszyklus. Aus den Eiern schlüpft dann im Juli oder August die nächste Raupengeneration. «Die Sommergeneration entwickelt sich rascher und braucht nur rund einen Monat, um sich zu verpuppen. Sie ist dafür besonders gefrässig.» Im Herbst wird dann eine weitere Raupengeneration schlüpfen - sie wird aber erst im nächsten Frühjahr wieder fressen.

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