Der Bundesrat hat letzte Woche den nächsten grossen Bahnausbauschritt 2035 präsentiert. Der Ausbau soll das Netz für das immer grösser werdende Passagieraufkommen rüsten, 11,9 Milliarden Franken lässt sich der Bund diesen Schritt kosten. Für den Aargau sind diverse Änderungen geplant.

Zufrieden sind nicht alle damit, so auch der VCS Aargau. Er nehme die Botschaft mit «gemischten Gefühlen entgegen», schreibt er in einer Mitteilung an die Medien. Es sei zu hoffen, dass die Räte noch Verbesserungen an der Vorlage vornehmen.

Die zusätzlichen Taktverbindungen Brugg–Baden–Zürich, der Ausbau Lenzburg–Zofingen, sowie der Ausbau des Bahnhofes Lenzburg sieht der VCS Aargau positiv. Allerdings habe er Bedenken, ob der Verkehr auf den bestehenden Strecken mit diesem Ausbau reibungslos gewährleistet werden kann. «Wie die Betriebsstörung in der Region Baden von letzter Woche gezeigt hat, haben die SBB zunehmend Probleme, schon das bestehende Netz einigermassen gut zu unterhalten», schreibt der VCS.

Der Personalabbau in Unterhalt und Service habe offenbar Spuren hinterlassen. «Das Management wäre gefordert, aber da passiert nichts. Jetzt soll der Unterhalt zum Teil gar noch privatisiert werden – die nächsten Chaostage sind garantiert», findet der VCS. Nötig wäre seiner Ansicht nach der Neubau der Doppelspur Rupperswil–Altstetten. Dieser Engpass auf der Ost-West-Strecke müsse unbedingt schnell angegangen werden. Die Kostenfrage dürfe hier nicht das Hauptargument sein, es gehe auch um die Klimaziele, denn nur ein attraktiver und zuverlässiger öffentlicher Verkehr könne wirksam zur CO2-Reduktion beitragen.

Der VCS Aargau plädiert darum dafür, dass der Neubau rasch an die Hand genommen wird. Ausserdem sieht er es kritisch, dass der Bundesrat geforderte Ausbauten, wie die Viertelstundentakte der S-Bahn im Fricktal und im Unteren Aaretal, zeitlich zurückstellt. «Bedauerlich» sei zudem, dass in der Botschaft die Bahnhaltestellen Oftringen Zentrum, Wettingen Tägerhard und Hunzenschwil Schoren nicht berücksichtigt worden sind. Die Unterlassungen bei der S-Bahn sind letzte Woche auch beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt «enttäuscht zur Kenntnis» genommen worden. (AZ)