Wetter

Nachdem der Winter ausblieb: Kommt jetzt schon bald der Frühling?

Es ist aussergewöhnlich warm für diese Jahreszeit. Meteorologen sprechen schon vom «Frühling im Januar». Trotzdem: Der nächste Kälteeinbruch kommt bestimmt – wahrscheinlich schon sehr bald.

Draussen herrschen frühlingshafte Temperaturen: In Aarau ist am Dienstag eine Durchschnittstemperatur von 10 Grad Celsius prognostiziert - am 7. Januar, wohlgemerkt.

Vergleich zum letzten Jahr: 4.7 Grad. Das macht ein Temperaturunterschied von mehr als fünf Grad.

"Dieser Winter ist aussergewöhnlich warm", stellt Sarina Scheidegger von "Meteo News" fest. Grund für das warme Wetter ist die Südwestlage, in der wir uns momentan befinden. Milde Luft wird vom Atlantik in die Schweiz getragen.

Können wir schon bald die Frühlingsmode aus den Schränken holen und den Gartentisch aufstellen? Nein, denn: "Es ist fast zu hundert Prozent sicher, dass es noch einen Kälteeinbruch geben wird", erklärt Scheidegger. Der temporäre Frühling bleibt uns voraussichtlich bis zum Wochenende erhalten: Bis Donnerstag bleibt es sehr mild mit örtlich teilweise über 10 Grad. Laut Meteo Schweiz könnte es sogar einen Rekordtag geben. Ab Freitag sind die Maximaltemperaturen etwas tiefer, allerdings ist es für die Jahreszeit noch immer relativ mild.

Wettermässig noch alles möglich

Die Klimaerwärmung kann nicht für das milde Wetter verantwortlich gemacht werden. "Erst wenn es eine Häufung einzelner Wetterlagen gibt, kann man von einer Veränderung des Klimas sprechen", erklärt Alexander Giordano von Meteo Schweiz. "Das ist momentan nicht der Fall."

Ob der diesjährige Winter als aussergewöhnlich warm in die Geschichte eingehen wird, ist auch noch nicht sicher. "Das Wetter kann sich noch stark verändern." Giordano erinnert sich an den Winter 1999, wo es bis Januar aussergewöhnlich mild war, im Februar aber einer der stärksten Schneestürme die Alpen aufsuchte. "Beim Wetter ist alles möglich", stellt der Meteorologe fest.

Schwache Tiere überleben

Für uns ist das milde Wetter eine angenehme Abwechslung zu den kalten Wintertagen. Doch sind wir längst nicht die Einzigen, die die Wärme geniessen. "Die Tiere brauchen weniger Energie und profitieren vom milden Wetter", sagt Erwin Osterwalder, Fachspezialist Jagd des Kantons Aargau.

Der Winter ist für die Tiere laut Osterwalder ein "Nadelöhr": Die Schwachen schaffen es nicht hindurch. "Diesen Winter überleben auch Tiere, die es sonst nicht geschafft hätten", weiss der Jagdspezialist. "Das hat natürlich Auswirkungen auf die Populationsgrösse."

Ob es wie in vergangenen Jahren Maus-Plagen und Landwirtschafts-Schäden geben wird, kann Osterwalder nicht sagen. Abhängig ist der Ausgang vom weiteren Wetterverlauf. "Zudem ist der Frühling fast wichtiger als der Winter, denn dann kommen die Jungtiere auf die Welt."

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1