Diese Geschichte läuft für einmal umgekehrt: Der Gemeinderat von Oftringen empfielt das Einbürgerungsgesuch des Italieners Rocco Florio (71) zur Ablehnung. Das passt den Einwohnern nicht. Diese entscheiden anders – 114 stimmten für die Einbürgerung, nur 15 dagegen. Federführend waren Florios Freunde von der Feuerwehr.

53 Jahre wohnte der Italiener in der Schweiz. Eigentlich genug Zeit zur Integration. Gemeindeammann Julius Fischer begründet den Entscheid: «In den Test haben sie ganz, ganz schlecht abgeschnitten.» Reicht das, wenn Rocco Florio doch so gut integriert ist, gut Deutsch spricht? Ja. Denn laut Fischer: «Wir dürfen nicht anders entscheiden, sonst behandeln wir die Leute ungleich.»

Tatsächlich kann Florio gegenüber Tele M1 kaum einen Bundesrat aufsagen.

Unverständlich, sagt Florios Nachbar Werner Amsler: «Der Rocco hat den Taterweis erbracht, dass er in der Gemeinde Oftringen mehr als manch anderer integriert ist.» Will heissen: Das sollte höher gewichtet werden, als die schriftliche Prüfung. 

Das letzte Wort im Fall hat nach der Gemeinde nun der Kanton Aargau. (jk)