In den Online-Kommentaren zum Tiefgaragen-Brand von Lupfig fragen sich viele Leser: Wie gross die Gefahr ist, die von den verschiedenen Akkus ausgeht? Wie häufig entzündet sich ein Akku überhaupt? In den Haushalten stehen ja mit Laptop, Smartphone, Rasierer, Modellflugzeug und vielen weiteren Gerätschaften jede Menge mögliche Brandquellen herum. Wie häufig entzündet sich ein Akku überhaupt?  In den Haushalten stehen mit Laptop, Smartphone, Rasierer, Modellflugzeug und vielen weiteren Gerätschaften jede Menge mögliche Brandquellen herum.

Marcel Held von der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) sagt, dass es keine genaue Statistiken dazu gibt: «Nur ein Akku von 1 bis 10 Millionen weist im Durchschnitt einen Defekt auf. Es kann aber auch mal zu einer Häufung, beispielsweise aktuell im Fall von Samsung, kommen.» Damit spielt er auf die Berichte über brennende Akkus beim Smartphone Galasy Note 7 an, wegen denen der Hersteller die Produktion des Geräts eingestellt hat.

Grosse Energiedichte auf kleinem Raum

Auch gibt es keine genauen Angaben dazu, welche Akku-Typen öfter als andere Defekte aufweisen. Allerdings bestätigt Held eine Einschätzung vom comparis.ch-Digital-Experte Jean-Claude Frick, dass beispielsweise Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus stärker betroffen sind, da hier eine grosse Energiedichte auf einem kleinen Raum gepresst wird. Auch beim Garagenbrand am vergangenen Sonntag in Lupfig AG waren Lithium-Polymer-Akkus (LiPo) die Brandursache. Durch die grössere Energiedichte seien die Geräte anfälliger für Schäden.

Doch wie kann man einen solchen Akku-Brand verhindern? Marcel Held meint, dass grundsätzlich nichts passieren sollte. Er selbst lade aber seine elektronischen Geräte nur in einer nicht-brennbaren und beispielsweise metallischen Schale auf. «Ansonsten sollte das Ladegerät bei Smartphone, Tablet und Co. für genügend Sicherheit sorgen, dass das Gerät nicht überladen wird. «Dafür muss man allerdings nur Herstellerteile oder jene von verifizierten Dritten verwenden.»

Der Brand zerstörte die komplette Modellflieger-Sammlung von Matthias Vögele.

Der Brand zerstörte die komplette Modellflieger-Sammlung von Matthias Vögele in Lupfig.

Comparis.ch-Digital-Experte Jean-Claude Frick ergänzt, dass man Akkus nicht in der Sonne liegen lassen, sie nicht mit extremer Hitze oder Kälte konfrontieren und sie auch nicht biegen oder knicken sollte.

Beim Akku-Brand Hersteller kontaktieren

Sollte es dennoch zu einem Brand kommen, muss man – je nach Schaden – die unterschiedlichen Versicherungen kontaktieren. Comparis.ch schreibt auf Anfrage der az dazu: 

«Bei Personenschäden ist in erster Linie die Unfallversicherung zuständig. Wenn Gegenstände oder Einrichtungsmobiliar zerstört wird, kommt die Hausratversicherung zum Zuge. Wenn das Gebäude oder am Gebäude befestigte Gegenstände zerstört werden, ist die Gebäudeversicherung zuständig. Bei Motorfahrzeugen springt die Motorfahrzeugversicherung ein.»

In allen Fällen rät der Vergleichsdienst jedoch, sich an den Hersteller respektive den Verkäufer zu wenden, «da allenfalls über die Produkthaftung Ansprüche geltend gemacht werden können.»

Li-Po-Akkus verursachen 5 Brände im Aargau

Sommer 2014: Li-Po-Akkus verursachen 5 Brände im Aargau