Verkehrssicherheit

Nach Unfall-Serie mit jungen Autofahrern: Was taugen die obligatorischen Neulenkerkurse?

Sind Neulenkerkurse sinnlos?

Sind Neulenkerkurse sinnlos?

In den letzten zwei Nächten kam es im Aargau zu insgesamt sechs Autounfällen. Bei allen sassen Neulenker hinter dem Steuer. Was bringen die obligatorischen Neulenkerkurse?

Drei Jahre Probezeit, zwei obligatorische Kurse: Trotz dieser Auflagen häufen sich in letzter Zeit Unfälle junger Autolenker, die sich selbst überschätzen oder denen schlicht die Fahrpraxis fehlt. Diese Entwicklung wirft die Frage auf: Sind die obligatorischen Verkehrskurse für Neulenker zu lasch?

Gleich mehrfach hat es in der Region in den letzten Tagen geknallt. In der Nacht auf Sonntag zog die Kantonspolizei mehrere Aargauer Junglenker aus dem Verkehr, die – teilweise unter Alkoholeinfluss – Unfälle verursachten. Auch der 20-jährige BMW-Fahrer, der am Sonntagnachmittag in Rupperswil die Herrschaft über seinen Wagen verlor und im Strassengraben landete, musste seinen Führerschein auf der Stelle abgeben. 

Alleine im Jahr 2015 sind im Schweizer Strassenverkehr Junglenker zwischen 18 und 21 Jahren 516 Mal verunfallt – obwohl bereits vor 11 Jahren die Auflagen für junge Autofahrer mit einer Probezeit und obligatorischen Verkehrskursen verschärft wurden. Doch woher rühren dann die häufigen Unfälle mit Neulenkern? 

Für SVP-Grossrat und Polizist Roland Vogt ist klar, dass sich junge Autofahrer gerne überschätzen und zu oft schnelle Autos fahren. «Es kommt oft vor, dass junge Autofahrer – obwohl sie ihr Billet erst wenige Monate besitzen – mit mehr als 200 PS-starken Autos unterwegs sind», erklärt der Gesetzeshüter gegenüber dem Regionalsender Tele M1. «Das ist natürlich ein Problem, denn diese Lenker sind mit solchen Fahrzeugen gar nicht geübt.»

Braucht es eine Gesetzesänderung?

Eine andere Erklärung für die vielen Unfälle junger Autofahrer hat Fahrlehrer Rolf Pfeiffer. Er kritisiert, dass Junglenker nach der Autoprüfung drei Jahre lang Zeit haben, die obliagtorische Weiterprüfung zu absolvieren. «Wer drei Jahre ohne Zusatzausbildung unterwegs ist, hat klar ein Defizit im Strassenverkehr», erklärt Pfeiffer und ergänzt: «die Kurstage müssten innerhalb von sechs Monaten besucht werden.» Der Fahrlehrer fordert darum eine Gesetzesänderung. 

Für Stephan Roth, Instruktor am Driving Center in Safenwil ist das Problem auch ein erzieherisches. Er fordert eine bessere Aufklärung durch die Eltern und erklärt: «Wenn einer rasen will, kann ich mir als Instruktor im Kurs noch so Mühe geben. Der fährt danach einfach zu schnell nach Hause und gerät ab der Fahrbahn.» (luk)

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