Lenzburg

Nach tödlichem Unfall: Familie und Freunde nehmen Abschied von Elida (†19)

Am Donnerstagnachmittag wird Elida in ihrer Heimat Mazedonien begraben. Am Mittwochabend hat in der Moschee in Lenzburg die Abdankung stattgefunden. Freunde, Angehörige und Schulgspändli haben sich von der 19-Jährigen verabschiedet, die nach dem Unfall auf einem Fussgängerstreifen in Lenzburg gestorben war.

Auf dem schlichten Holzsarg liegt ein grünes Tuch mit goldenen Stickereien. Sie tragen den Sarg zu Viert in die Moschee der Islamischen Gemeinschaft Lenzburg, stellen ihn auf den Tisch neben dem Imam. Der Raum ist voll. Männer, alte und junge, knien im Halbkreis vor dem Imam und lauschen seinen Worten. Er spricht ihre Sprache. Seine Stimme klingt mal sanft, dann wieder energisch, so als würde er ihnen Mut zusprechen. 

Trauerfeier für Elida

Trauerfeier für Elida

In Lenzburg wurde heute bei einem traditionellen Gebet die verstorbene Teenagerin Elida verabschiedet. Ihr Tod hinterliess eine tiefe Wunde.

Die Männer legen sich gegenseitig die Arme um die Schultern. Geben einander Halt und Kraft, wenn die Tränen sie übermannen. Zum Schluss stehen sie auf, um gemeinsam zu beten. Viele haben die Augen geschlossen. Nach dem Gebet schütteln sie dem Imam die Hand und verschwinden im Nebenzimmer.

"Das Schicksal liegt nicht in unserer Hand"

Weil die Moschee zu klein ist, findet die Abdankung zweimal statt. Nach dem Gebet der Verwandten und Bekannten, kommen Elidas Klassenkameraden und Lehrer in den Saal. Der Imam bittet sie, sich hinzusetzen. Sie schluchzen, reichen sich Taschentücher. Auch aus ihren Augen spricht Trauer und Fassungslosigkeit über einen viel zu frühen Tod.

Abdankung für Unfallopfer Elida (†19) in Lenzburg

Eindrücke von der Abdankungszeremonie in Lenzburg.

Der Imam richtet auf Deutsch einige Worte an sie. Erklärt, die Gemeinschaft habe vorher in einem islamischen Ritual von Elida Abschied genommen. "Das ist wahrscheinlich etwas anders, als ihr es von der Kirche oder der Synagoge kennt." 

Er sagt ihnen, dass Elida, wie alle Menschen, zur Welt gekommen ist und irgendwann gehen muss. "Das Schicksal liegt nicht in unserer Hand." Er begreife ihre Tränen gut. Auch er als Imam weine, aber innerlich, indem er zu Gott bete und ihn um ein schönes Leben im Jenseits für Elida bitte.

Lenzburger kritisieren Verkehrssicherheit

Nach tödlichem Unfall: Lenzburger kritisieren Verkehrssicherheit

Bereits vor dem tödlichen Unfall in Lenzburg wurde die Verkehrssicherheit beim Zebrastreifen kritisiert. Nachbarn bemängeln erneut, er sei zu dunkel.

Beerdigung in Mazedonien

Auch Elidas Lehrer richtet noch ein paar Worte an die Klasse, die Freundinnen und Freunde, die gekommen sind. "Dass heute Abend so viele von Euch hier sind, zeigt, dass wir sie alle gerne hatten." Elida sei zwei Jahre bei ihnen gewesen. "Wir haben sie gerne gehabt. Sie war ein guter Mensch. Ein Sonnenschein."

Nacheinander gehen die Schülerinnen und Schüler zum Sarg. Halten einen Moment inne und nehmen Abschied.

Elida müsse nun nach Zürich und von dort zurück nach Mazedonien, sagt ihr Cousin. Um 16 Uhr wird sie dort begraben. "Wir werden sie bis zum letzten Schritt begleiten und dann müssen wir retour", sagt ihr Cousin. Unter Tränen fügt er an: "Ohne sie. Das erste Mal."

Meistgesehen

Artboard 1