Windisch
Nach tödlichem Unfall auf Zebrastreifen: «Blickkontakt mit dem Chauffeur herstellen ist ganz wichtig»

In Windisch ist es am Montagabend an einem Zebrastreifen zu einem tödlichen Unfall gekommen. Nicht nur für Fussgänger, sondern auch für die Lastwagenfahrer ist diese Zone eine Herausforderung.

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Mitten im Feierabendverkehr kam es Montag zu einem tragischen Unfall: Ein Lastwagenfahrer hielt vor einem Fussgängerstreifen an, um eine Fussgängerin passieren zu lassen. Als er weiterfuhr, übersah er im toten Winkel einen weiteren Passanten und überfuhr ihn. Der 91-Jährige verstarb noch auf der Unfallstelle.

Gerade für ältere Personen sei das Überqueren von Strassen eine Herausforderung, sagt Anwohner Hansruedi Keller gegenüber «TeleM1». Wenn er mit dem Rollator den Fussgängerstreifen überqueren möchte, müsse er zuerst seine Gehhilfe über den Absatz heben. «Dann muss ich auch noch schauen, ob jemand von links oder rechts kommt.»

Auch für die Lastwagenfahrer ist der Fussgängerstreifen eine heikle Zone. Je nach Situation habe der Lastwagenfahrer kaum eine Chance, die anderen Verkehrsteilnehmer zu sehen, sagt LKW-Fahrlehrer Martin Bolliger. «Kommt ein Fussgänger von rechts her, verschwindet er im toten Winkel.»

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband will mit Flyern auf diese Problematik aufmerksam machen. Als Fussgänger kann man sich aber auch aktiv schützen, erklärt der Fahrlehrer. «Blickkontakt herstellen mit dem Chauffeur – das ist ganz wichtig. Denn weiss man, dass der Chauffeur auf einen schaut.»

Noch ist unklar, wie der 91-Jährige unter den Lastwagen geriet, teilt die Kantonspolizei am Dienstagmorgen mit. Gegen den 49-jährigen Lastwagenfahrer wurde eine Strafuntersuchung eröffnet und eine Blut- und Urinprobe angeordnet. Auch der Führerausweis wurde eingezogen.

Die Polizei sucht nach wie vor nach einer Frau, die vor dem tödlichen Unfall über den Fussgängerstreifen ging (062 886 88 88). Diese war beim Eintreffen der Polizei nicht mehr vor Ort. (sga)

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