Am letzten Donnerstag verschwand der 4-jährige Zenel von einem Spielplatz in Möriken-Wildegg. Der Bub wurde mit einem Grossaufgebot der Polizei gesucht. Diese hegte rasch den Verdacht, dass der Bub in den nahegelegenen Aabach gefallen und in die Aare getrieben sein könnte. Der Aabach fliesst rund 30 Meter vom Spielplatz entfernt, die Strömung ist stark, die Böschung steil. Die Vermutung der Polizei bestätigte sich am Freitagnachmittag: Zenel wurde beim Wasserkraftwerk Villnachern tot aus der Aare geborgen.

Nach dem Unglück wurde Kritik der Anwohner laut. Der Aabach sei zu wenig gesichert. Ein Zaunbauer aus Zürich möchte nun gar einen Zaun spenden. Ein weiterer Anwohner sagte gegenüber Tele M1, dass er eine Unterschriftenaktion starten will. Ein Zaun sei vor einigen Jahren bereits ein Thema gewesen, sagte er, damals habe man mit der Gemeinde, dem Kanton und auch den Immobilienfirmen gesprochen.

„Auch ein Erwachsener hätte Mühe, lebend aus dem Bach herauszukommen“

„Auch ein Erwachsener hätte Mühe, lebend aus dem Bach herauszukommen“ (27. Mai)

Der vierjährige Zenel ertrank im Aabach, nachdem er zuletzt auf einem Spielplatz gesehen wurde. Müsste ein Zaun die Kinder vor dem Bach schützen?

Kanton äussert sich zum Zaun

Auf Anfrage der AZ wollen weder die Eigentümerin der Wohnblöcke noch die Liegenschaftsverwaltung Stellung nehmen. Beat Fehlmann, Gemeinderat in Möriken-Wildegg und zuständig für die Gewässer, verweist an den Kanton. Beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt war der Bau eines Zaunes am Aabach in der Vergangenheit noch kein Thema. «Inwiefern sich die Grundeigentümer oder die Gemeinde dazu Gedanken gemacht haben, ist uns nicht bekannt», so Departementssprecher Giovanni Leardini. Zur Frage, ob ein Zaun eine gute und logische Lösung sei, um die Sicherheit an Gewässern zu erhöhen, sagt er: «Es ist nicht sinnvoll und nicht umsetzbar, alle natürlichen Gewässer vollständig und durchgehend einzuzäunen.» Das wären im Kanton rund 3000 Kilometer.

Laut Leardini kann ein Zaun an einem Gewässer dort eine sinnvolle Massnahme sein, wo mit einem technischen Bauwerk, beispielsweise mit einem Rückhaltebecken für den Hochwasserschutz, in die natürliche Struktur des Geländes eingegriffen wurde. «Gerade weil Wasser grosse Anziehungskraft ausübt, gilt es, Kinder und Jugendliche früh auf die Gefahren aufmerksam zu machen.» Das Ziel müsse sein, das Restrisiko für einen tragischen Unfall so gering wie möglich zu halten.

Zur Unterschriftensammlung sagt Leardini: «Sollte ein Baugesuch für einen Zaun im Gewässerraum eingereicht werden, werden wir dieses Gesuch im ordentlichen Baubewilligungsverfahren prüfen.»