Vor sieben Jahren, als Cornelia Da Silva die Geschäftsleitung im Zoo Hasel übernahm, stand der kleine Tierpark in Remigen heftig in der Kritik. Schlagzeilen machte insbesondere die Haltung von Bär «Mario», der in einem kleinen Käfig lebte. Mit der Umsiedlung von «Mario» in den Bärenpark im deutschen Worbis im Jahr 2006 machte der Zoo Hasel den ersten Schritt zur Auflösung der umstrittenen Raubtierhaltung.

Heute lebt nur noch ein schwarzer Panther im Zoo Hasel. Das bereits 20-jährige Tier «verbringt sein Leben in einem Käfig von der Grösse eines Hundezwingers», hält der Schweizer Tierschutz (STS) im Zoobericht 2013 fest, der am Donnerstag publiziert wurde. Das Gehege sei nicht nur viel zu klein für die Grosskatze, es fehlten auch Kletterbäume, Aussichtspunkte sowie Rückzugsmöglichkeiten. «Das Tier ist ausgestellt, und es ist ihm nicht annähernd möglich, sein natürliches Verhalten zu zeigen», kritisiert der Tierschutz.

Zoo Hasel verzichtet auf Raubtiere

Cornelia Da Silva kennt die Kritikpunkte, sie hält aber fest: «Der alte Panther solle einen ruhigen Lebensabend in vertrauter Umgebung verbringen dürfen.» Da Silva ergänzt, der Zoo Hasel sei sich der ungenügenden Haltungsbedingungen für das Raubtier bewusst. «Nach dem Tod des Panthers werden wir künftig auf die Haltung von Grosskatzen verzichten», kündigt sie an. Zuvor hatte der Zoo versucht, das Tier in einem Zoo mit grösserem Gehege unterzubringen. Dies schlug fehl, der Panther war nicht in der Lage, sich der veränderten Umgebung anzupassen.

Der zweite Kritikpunkt beim Zoo Hasel ist nicht mehr aktuell: Der Tierschutz hatte die Haltung der Mantelpaviane gerügt. Diese würden ihren Lebensabend «in einem für die Tierart viel zu kleinen, nicht mehr zeitgemässen Käfig» verbringen. Cornelia Da Silva hält fest, der Zoo halte keine Paviane mehr. «Sie sind eines natürlichen Todes gestorben.»

Da Silva betont, künftig würden im Zoo Hasel nur noch dann exotische Tiere zu sehen sein, wenn diese artgerecht gehalten werden könnten. «Grundsätzlich haben wir das Konzept allerdings in Richtung Streichelzoo geändert. Damit ist es uns viel besser möglich, den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden», betont Da Silva. So tummeln sich mittlerweile ein Minipferd mit Fohlen sowie Geissen, Hühner und Pfauen frei zwischen den Besuchern im Zoo.

Bestnote für «Roggenhausen»

Neben dem Zoo Hasel hat der Tierschutz drei weitere Aargauer Tierparks bewertet. Besonderes Lob gibt es für den Wildpark Roggenhausen in Aarau. «Die weitläufigen, artgerecht strukturierten Gehege zählen zu den besten ihrer Art in der Schweiz», heisst es im Zoobericht. Der Wildpark zeigt 15 Hektaren grösstenteils einheimische Wild- und Nutztiere in meist sehr weitläufigen, artgerecht strukturierten Gehegen. Die Hirschgehege dürften nach Ansicht des STS «zu den besten ihrer Art in der ganzen Schweiz» zählen.

Ebenfalls positiv ist die Bewertung des Tierparks Bad Zurzach: Hirsch, Emu oder Pfau hätten es gut, steht im Zoobericht. Noch sei die Voliere zu klein, ein Ausbau der Innen- und Aussenanlagen jedoch geplant. Der Tierpark auf dem Zurziberg ist ein Naherholungsziel von Bad Zurzach.

Raubtier-Dompteur in Olsberg

Jürg Jenny war viele Jahre als Raubtier-Dompteur mit den Zirkussen Krone, Nock und Royal auf Tournee. Seit mehr als einem Jahrzehnt hält er Löwen, Tiger und Leoparden unter Zoo-ähnlichen Bedingungen in Olsberg im Fricktal. Zugleich beschäftigt und fordert er die Tiere mit Dressurstunden vor Publikum.

«Die Haltung ist aus Tierschutzsicht vertretbar», schreibt der STS. Die Gehege seien relativ klein, «übertreffen aber die Mindestanforderungen der Tierschutzverordnung und sind gut strukturiert». Eine eigentlich wünschenswerte Vergrösserung der Gehege ist in Olsberg aus raumplanerischen Gründen nicht möglich.