«Wir haben eine Übung, ich möchte gern den Alarm auslösen.» Ein letztes Mal hat Mike Hunziker am Dienstag vergangene Woche den Probealarm ausgelöst. Die Übung, die er vorbereitet hat, hatte es in sich: Auf einem Bauernhof in Menziken ist nach Schweissarbeiten in einem Schopf ein Feuer ausgebrochen, zwei Menschen werden vermisst.

Der Vizekommandant der Feuerwehr Oberwynental sitzt im Rollstuhl. Sein Leben hat sich in kürzester Zeit komplett verändert. Vor rund einem Jahr bekam er die Diagnose Multiple Sklerose – er leidet an einer der seltensten und schlimmsten Formen der Nervenkrankheit. Jetzt musste er deswegen sein Amt bei der Feuerwehr abgeben. 

«Ich habe gern den Leuten geholfen – und jetzt müssen die Leute mir helfen», sagte Hunziker gegenüber Tele M1 anlässlich seines letzten Einsatzes als Vizekommandant. Das sei eine schwierige Umstellung gewesen.

Schlaflose Nächte

Auch für die Kollegen war und ist das nicht einfach. «Das hat mich sehr getroffen – als Feuerwehrkamerad und als Freund», sagt Kommandant Reto Eichenberger. Die eine oder andere Nacht habe er schlecht geschlafen deswegen.

Mike Hunziker ist zufrieden, wie die Kollegen seine letzte Übung meistern. Dann übergibt er an seinen Nachfolger und stösst mit einem Lächeln im Gesicht mit den Kollegen an. Der schweren Krankheit gibt er sich nicht so schnell geschlagen: «Ich versuche, den Humor nicht zu verlieren», sagt er.

Und: Soweit es seine Gesundheit zulässt, will er im neuen Jahr will er als Stabsoffizier im Hintergrund die Fäden ziehen. (smo)