Vor rund drei Wochen spielte der Erstklässler Amar mit Nachbarsmädchen Beatriz draussen neben einem Spielplatz im Wohnpark Triesch.

Die beiden Kinder sahen einen Schacht vor einer Tiefgarage, hievten das ungesicherte Gitter aus «Gwunder» weg und fielen in einen viereinhalb-Meter tiefen Schacht. 

Das Resultat: Amar brach sich das Steissbein dreifach und kann bis im November nicht mehr zur Schule - Beatriz hat einen Wirbelbruch zu beklagen und muss mit einem Gipskorsett herumlaufen. 

Erstklässler Amar und ein Nachbarsmädchen sind in den Schacht gefallen – «Ich wäre fast hinterhergesprungen», sagt seine Mutter.

Erstklässler Amar und ein Nachbarsmädchen sind in den Schacht gefallen – «Ich wäre fast hinterhergesprungen», sagt seine Mutter.

Die Mutter von Amar, Nuran Asani, ist wütend. Sie forderte gegenüber «Tele M1»: «Es braucht ein Gesetz, dass alle Schächte gesichert sind. Nur so können wir unsere Kinder wieder in Ruhe draussen spielen lassen.»

Werkeigentümer ist zuständig

Auch der Vater von Beatriz zeigte sich entrüstet: «Es kann doch nicht sein, dass ein solch tiefer Schacht nicht gesichert ist.» Doch wer ist überhaupt für die Sicherung eines Schachts zuständig - und braucht es dafür wirklich ein Gesetz?

Die Gemeinde Buchs lässt ausrichten: «Wir haben von diesem Vorfall keine Kenntnis. Grundsätzlich hat jeder Grundeigentümer ein Werkeigentümer-Haftung.»

Will heissen: Auf privatem Gelände ist nicht die Gemeinde oder der Kanton für die Sicherung eines Schachts zuständig, sondern der Werkeigentümer. Die Wut der Mutter von Amar kann die Gemeinde zwar verstehen, aber könne man deswegen kein Gesetz einführen.

«Die Kinder hätten tot sein können»

Vizeammann Hansruedi Werder sagt: «Sonst haben wir ja nur noch Gesetze.» Er könne auch nicht verstehen, dass die Kinder unbeaufsichtigt einen Schacht wegheben konnten. «Die zwei Kinder hätten tot sein können.»

Für ihn stehen die Eltern in der Verantwortung: «Immer mehr Eltern verletzten ihre Aufsichtspflicht, das kann tragisch enden.»