Rund drei Wochen ist es her, als Amar (6) und Nachbarsmädchen Beatriz (6) beim Buchser Wohnpark Triesch in einen viereinhalb Meter tiefen Schacht fielen. 

Die beiden Kinder spielten unbeaufsichtigt neben einem Spielplatz, als sie aus «Gwunder» das ungesicherte Gitter weghievten. Das Resultat war verherend: Amar brach sich das Steissbein dreifach und muss noch bis im November das Bett hüten - Beatriz holte sich einen Wirbelbruch. 

Erstklässler Amar und ein Nachbarsmädchen sind in den Schacht gefallen – «Ich wäre fast hinterhergesprungen», sagt seine Mutter.

Erstklässler Amar und ein Nachbarsmädchen sind in den Schacht gefallen – «Ich wäre fast hinterhergesprungen», sagt seine Mutter.

Die Eltern der beiden Erstklässler zeigten sich gegenüber «Tele M1» empört darüber, dass der Schacht nicht gesichert war. Nuran Asani, die Mutter von Amar, forderte gar ein Gesetz.

Buchs Vizeammann Hansruedi Werder hält von diesem Vorschlag wenig. Er nimmt vielmehr die Eltern in die Pflicht: «Immer mehr Eltern verletzen ihre Aufsichtspflicht, das kann tragisch enden», sagte er in der az.

Und auch die Mehrheit unserer Leserinnen und Leser sieht die Schuld nicht bei der Gemeinde oder dem Kanton - sondern bei den Eltern von Amar und Beatriz. In einer az-Umfrage (knapp 2000 Teilnehmer) finden rund 57 Prozent, dass die Eltern in der Pflicht sind.

Auch in der Kommentar-Spalte teilen die meisten Leser diese Meinung. Patrik Dentsch schreibt etwa: «Wer Kinder in die Welt setzt, muss auch für sie verantwortlich sein und nicht die Verantwortung bei anderen suchen, nur weil man selber keine Zeit für die Kinder hat.»

Christoph Merkli meint: «Es gibt keine absolute Sicherheit. Aber für solche Situationen haben Kinder in der Regel Eltern, die eine Aufsichtspflicht ausüben müssen.»

Leser Andy findet ein Gesetz auch nicht nötig, aber aus einem anderen Grund: «So etwas zu sichern sollte doch selbstversändlich sein, auch ohne Gesetz.»