Aargauer Politik

Nach Rücktritt: Jetzt interessiert sich Marianne Binder für den Nationalrat

Marianne Binder gibt ihr Amt als Sprecherin der CVP Schweiz im Herbst ab

Marianne Binder gibt ihr Amt als Sprecherin der CVP Schweiz im Herbst ab

Marianne Binder tritt ihr Amt als Sprecherin der CVP Schweiz ab. Das weckt Spekulationen. Will sie in den Badener Stadtrat? Will sie Präsidentin der CVP Aargau werden? Oder träumt sie gar von einem Sitz im Nationalrat? Marianne Binder gibt Auskunft.

Mitten an einem der turbulentesten Tage im Berner Politbetrieb gibt Marianne Binder-Keller aus Baden überraschend ihren Rücktritt bekannt. Die Kommunikationschefin und Mediensprecherin der CVP Schweiz will den 100-Prozent-Job nach knapp acht Jahren abgeben.

Begründung: Die im Herbst gut gewählte Aargauer Grossrätin «konzentriert ihre Kräfte in Zukunft auf den Aargau».

Das weckt Spekulationen: Will die Badenerin nach dem Rücktritt von Kandidat Reto Schmid in den Stadtrat von Baden?

Oder doch in absehbarer Zeit Präsidentin der CVP Aargau werden und Markus Zemp beerben – wie es nach dem Wahldebakel der Partei im letzten Herbst intensiv diskutiert wurde?

Parteipräsidentin kein Thema

Das Aargauer Parteipräsidium ist zweifelsfrei kein Thema, Marianne Binder erinnert sich ohne Freude an die damaligen Diskussionen.

CVP-Präsident Zemp hat klar kommuniziert, dass er bis zu den nächsten Nationalratswahlen bleiben werde.

«Ich bin ein Fan von Zemp, die Arbeit in der Parteileitung ist super. Die CVP Aargau kommt voran, er gibt der Partei viel Schub», lobt Marianne Binder ihren Chef in der Parteileitung der CVP Aargau.

Stadtrat Baden bleibt offen

Ihre Karten legt die Kommunikationschefin nicht auf den Tisch, wenn sie sagt, sie habe «Sachen in der Pipeline, kann aber nicht darüber reden».

Die Suche nach Kandidaten für den Badener Stadtrat sei Sache der CVP Baden, es gebe viele gute Kandidierende.

«Aber ich will mich nicht selber in Stellung bringen», wiegelt sie ab. Ihr Rücktritt stand schon fest, bevor Reto Schmid das Handtuch warf.

«Solche Gedanken habe ich mir nicht gemacht, mein Rücktritt auf nationaler Ebene hat wirklich mit dem Grossratsmandat zu tun», versichert Binder.

«Im Herbst bin ich sehr gut gewählt worden und habe grosse Lust auf die politische Arbeit im Aargauer Parlament», sagt Marianne Binder auf die Frage, warum sie gerade jetzt zurücktrete.

Keine Ahnung von anderen Absichten als der Arbeit in Aarau hat der CVP-Fraktionspräsident Peter Voser.

Verwundert ist er allerdings nicht, denn zwischen den Terminen auf kantonaler und nationaler Ebene gebe es für die Politiker laufend Kollisionen.

Der Grosse Rat hatte zwar in der jüngsten Legislatur erst zwei Sitzungen, aber die Arbeit in den Kommissionen und im CVP-Parteivorstand sei intensiv.

Überrascht von Binders Rücktritt ist der Badener CVP-Präsident Matthias Gotter. «Eine Meldung oder eine Absprache gibt es nicht, wir sind noch im Findungsprozess», betont Gotter. Er denkt selber an eine Kandidatur, fände es aber «legitim», wenn Marianne Binder antreten wollte.

Fokus auf die Wahlen 2015

Im Gespräch zur Zukunft kommt Marianne Binder immer wieder auf die Nationalratswahlen von 2015 zu sprechen. Sie könne nicht national und kantonal für die CVP einen Wahlkampf führen.

«Mein eigener Wahlkampf hat mir enorm Spass gemacht, die CVP hat als Abbild der föderalistischen Schweiz eine wichtige Rolle», sagt Binder.

Darum will sie aktiv mithelfen, dass die CVP Aargau 2015 ihre verlorenen zwei Sitze zurückholt und wieder auf drei Nationalratsmandate kommt.

Auf Nachfragen schliesst sie nicht aus, dass sie auch selber kandidieren könnte – vorausgesetzt, die Partei sehe das auch so.

Das ist durchaus der Fall: «Bei den Wahlen 2015 sehen wir für sie eine prominente Rolle», sagt der Aargauer CVP-Präsident Markus Zemp.

An Angeboten mangelt es der erfahrenen Politfrau keineswegs: «Wenn ich wollte, hätte ich die Agenda rasch wieder voll.»

Meistgesehen

Artboard 1