So reagieren az-Leser
Nach Plakatverbot folgt Schelte und Häme: "Voll das Fettnäpfchen erwischt, lieber Alex!"

Selten hat ein Verbot so viel Resonanz gehabt, wie dasjenige des Aargauer Bildungsdirektors Alex Hürzeler an die Adresse der Kantonsschüler für deren Plakataktion zur Spardebatte. Die az-Leserinnen und -Leser gehen mit dem SVP-Regierungsrat hart ins Gericht.

Jürg Krebs
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Der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) wird nach seinem Plakatverbot scharf kritisiert.

Der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) wird nach seinem Plakatverbot scharf kritisiert.

Mario Heller

Der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) hat den Schülerinnen und Schülern der sechs Kantonsschulen verboten, auf dem Schulareal Plakate gegen die Spardiskussion aufzuhängen. Damit ist Hürzeler, erst vorletztes Wochenende wiedergewählt, in einen grösseren Fettnapf getreten. Seit das Schreiben an Aurel Gautschi, Präsident der Aargauer Schülerorganisationen, publik wurde, hagelte es für den Bildungsdirektor Kritik.

Der entsprechende Artikel der az unter dem Titel "Eklat: Bildungsdirektor Hürzeler verbietet Plakat-Aktion von Kantischülern" war einer der meistkommentierten der letzten Zeit.

In der dazugehörigen Umfrage fanden 89,7% oder 2154 Leser (Stand Mittwoch 16 Uhr), dass Alex Hürzeler überreagiert hat. Nur 10,3% oder 248 Leser attestierten ihm, das Richtige getan zu haben.

Ein Markus Leimbacher kommentierte: "Voll das Fettnäpfchen erwischt, lieber Alex! Wir lehren unseren Schülern die Grundrechte und damit auch die Meinungsäusserungsfreiheit und halten uns selber nicht daran. Nicht schön ..."; auch Maya Haechler findet: "Dass man ein Plakat dieser Art nicht aufhängen darf, versteht kein Mensch."

Viele der Kommentierenden verteidigen die Meinungsäusserungsfreiheit. Johannes Bader ist einer von ihnen: "Freiheit ist auch die Freiheit der Andersdenkenden. Das finden die SVP und ihre Vertreter offenbar nicht."

Das sind die umstrittenen Plakate. Lehrerpräsidentin Elisabeth Abassi nennt sie auf Tele M1 "harmlos":

Diese Plakate der Kantischüler verbot der Bildungsdirektor.
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Diese Plakate der Kantischüler verbot der Bildungsdirektor.
Diese Plakate der Kantischüler verbot der Bildungsdirektor.
Diese Plakate der Kantischüler verbot der Bildungsdirektor.
Diese Plakate der Kantischüler verbot der Bildungsdirektor.
Diese Plakate der Kantischüler verbot der Bildungsdirektor.

Diese Plakate der Kantischüler verbot der Bildungsdirektor.

Zur Verfügung gestellt

Mit Alex Hürzeler wird auch dessen Partei, die SVP, angegriffen: "Dass die SVP nicht viel vom Rechtsstaat hält, wissen wir ja langsam. Was kommt als nächstes? Unliebsame Schüler verhaften wie in der Türkei?"

Walter Zaugg findet: "Peinlich und schade. Peinlich, weil die arrivierte Politik sich nur mit Machtgehabe und Paragrafen eines scheinbaren Problems zu entledigen weiss. Schade, weil RR Hürzeler ja auch proaktiv die Chance zum direkten Gespräch mit der Jugend hätte packen können."

Es gibt einige, die Hürzeler verteidigen. Maria Bitterli weist auf Folgendes hin: "Hürzeler hat nicht die Aktion verboten, sondern den ORT." Tatsächlich hat der Bildungsdirektor den Schülern die Aktion auf den Kanti-Arealen untersagt.

Wieder andere versuchen mit Wortspielen und Analogien ihren Unmut auszudrücken. Andi Meier: "Wie viel Bildung steckt eigentlich in einem Bildungsminister?" Oder Daniel Käser: "Erdogan lässt grüssen." Ähnlich sieht es auch Patrick Wagner: "Was kommt als nächstes? Unliebsame Schüler verhaften wie in der Türkei?"

Das Thema wird auch Hürzeler weiter beschäftigen. Am kommenden Dienstag wollen die Lehrer vor dem Grossratsgebäude protestieren.