Die Idee hatte gar nie eine Chance. Als im Aargau 2014 eine Gruppe um den Präsidenten des Aargauischen Gewerbeverbands für eine Expo zu werben begann, da waren die Würfel hinter den Kulissen längst gefallen. Die Konferenz der Kantone hatte sich für die Variante Bodensee entschieden. Und deshalb erteilte sogar der Aargauer Regierungsrat der Idee nach einem Höflichkeitsgespräch mit dem Initianten Kurt Schmid eine Absage. Die Idee war tot. Keine Expo im Aargau.

Die einzige Idee weit und breit

Doch nun, nachdem die Kantone Thurgau und St. Gallen die Landesausstellung am Bodensee versenkt haben, rückt das Projekt plötzlich wieder in den Fokus. Fakt ist: Der Bundesrat will «die Tradition» der Landesausstellungen grundsätzlich weiterführen, wie er Anfang 2015 bekräftigte. Und plötzlich ist die Idee der Aargauer Expo-Initianten die einzige weit und breit. Schmid glaubt nach wie vor an die Idee: «Ich bin überzeugt wir Aargauerinnen und Aargauer könnten bis 2027 eine Expo auf die Beine stellen.» 

Schmid will eine wirtschaftsnahe Expo 2027 mit einem thematischen Schwerpunkt: «Wir wollen die Arbeit in all ihren Facetten ins Zentrum rücken», sagt Schmid. Mit dem Projekt würde ein thematischer Schwerpunkt gewählt, der die Gegenwart und die Zukunft dieses Landes bestimme. Eine konkrete Idee passe denn auch besser in die heutige Zeit, so Schmid: «Ich glaube, die Bevölkerung ist heute nicht mehr bereit, für ein schöngeistiges Fest Milliarden auszugeben.»

Als Nächstes berät Schmid mit seiner Projektgruppe über den weiteren Fahrplan. Danach will er mit dem Aargauer Regierungsrat erneut das Gespräch suchen. Dort zeigt man sich durchaus offen gegenüber der Idee. Der Aargauer Regierungsrat werde nicht von sich aus tätig, sagt der Regierungssprecher Peter Buri. «Sollte jedoch ein konkretes Projekt an ihn herangetragen werden, dann wird er sich sicher damit befassen». Auch die Konferenz der Kantonsregierungen signalisiert Offenheit gegenüber Vorschlägen aus den Kantonen.

«Superscharf»

Martin Heller, Mister-Expo 02, kann der Idee einer Expo im Kanton Aargau etwas abgewinnen. Eine Landesausstellung in einem Kanton ohne Klischees wie Berge oder grosse Seen, sei «superscharf». Allerdings müsse sich die Projektgruppe auch für Ideen von ausserhalb öffnen. Dazu scheint Schmid durchaus gewillt. Er sagt: «Wir präsentieren kein fixfertiges Konzept. Wir liefern bloss den Anstoss.» 

Jetzt müssten alle Beteiligten zusammenkommen und gemeinsam etwas erarbeiten. Die Standortfrage sei deshalb bewusst offengelassen worden.