«Wir haben das Basler Fusionsprojekt mit grossem Interesse verfolgt, denn die Zusammenführung von Leistungserbringern im Gesundheitswesen ist aus wirtschaftlichen, infrastrukturellen und qualitativen Gründen ein Gebot der Zeit», schreibt Robert Rhiner, der CEO des Kantonsspitals Aarau (KSA), auf Anfrage. Das KSA bedauert das Scheitern, denn «es wäre eine Gelegenheit gewesen, um auf die Problematik der Fallzahlen oder den einsetzenden Fachkräftemangel zu reagieren». 

Rhiner lässt auch durchblicken, dass das KSA interessiert gewesen wäre, sich später dem neuen Gebilde Unispital Nordwest anzuschliessen: Seit 2012 würden solche Diskussionen im Rahmen des Gesundheitsraumes Nordwestschweiz immer wieder geführt. Jetzt nur mit dem schwächelnden Kantonsspital Baselland zu fusionieren, ist aber keine Option: «Das halten wir nicht für nachhaltig, weil es nicht den gesamten Raum Nordwestschweiz umfasst», so Rhiner. Nur grossräumiges Denken würde eine Verschlankung der heutigen Strukturen und damit eine bessere Wirtschaftlichkeit bringen. 

In einem umstrittenen Bereich strebt das Kantonsspital Aarau zwar keine Fusion, aber eine enge Zusammenarbeit mit einem Basler Partner an. Im September wurde publik, dass das KSA die Zusammenarbeit mit der Hirslanden Klinik kündigen und ab 2020 in Kooperation mit dem Universitätsspital Basel selber Herzchirurgie anbieten will. Das USB verfüge über herzchirurgische Fachkompetenz, sei das einzige Spital für solche Eingriffe in der Region Basel und nehme bereits heute Notfallpatienten aus der Nordwestschweiz auf, teilte das KSA mit. Man pflege mit dem Universitätsspital Basel seit Jahren eine gut eingespielte strategische Kooperation, die nun zur «Herzchirurgie Nordwest» erweitert werden solle. Ob das KSA den Leistungsauftrag des Kantons Aargau für die Herzchirurgie erhält, soll sich bis Juni entscheiden. (mn/fh)