Italien-Fans jubelten, als wäre die Europameisterschaft bereits gewonnen. In der Nacht von Montag auf Dienstag feierten Fans ihre Mannschaften rund um die Kasinostrasse, Bahnhofstrasse und den Aargauerplatz in gewohnter Manier, wie man es sonst auch aus Zürich kennt.

Der Corso von Italien und Spanien-Fans in Aarau am 19. Juni 2012

Der Corso mit Italien und Spanien-Fans in Aarau am 19. Juni 2012

Die Polizei drückt bei sogenannten Autocorsos übrigens ein Auge zu, denn eigentlich sind sie «als unnützes Herumfahren» klassifiziert und somit strafbar. Keine Gnade kennen sie allerdings bei grossformatigen Fahnen, die seitlich oder oben zu einem Fahrzeug hinaus gehalten werden und dadurch andere Fahrzeuge behindern. Auch zu schnell sollte man womöglich nicht fahren, und dabei angeschnallt sein.

Vorsicht bei Fahnen und seitlichem Herauslehnen

Selbst auf die Autobahn darf man geschmückt fahren, wenn sichergestellt werden kann, dass sich auch bei schnelleren Geschwindigkeiten keine Fähnchen vom Auto lösen. Das heisst, Seitenspiegel in den jeweiligen Landesfarben lackiert oder mit speziellen Halterungen befestigt, so dass sie die Seitenspiegelgehäuse nicht verdecken, werden toleriert.

Erst am Montagabend ist in Frankfurt/Main (D) ein kroatischer Fan ist beim Autokorso nach dem Unentschieden seiner Mannschaft gegen Italien ums Leben gekommen. Am geöffneten Fenster verlor der übrigens nicht angetrunkene Fan den Halt und fiel mit dem Kopf auf eine Bordsteinkante. Polizei und Strassendienste warnten daraufhin ausdrücklich vor Leichtsinn bei Autokorsos. So sollte nicht nur der Fahrer angeschnallt bleiben, sondern auch die übrigen Insassen. Auch sollte niemand auf dem Autodach oder der Motorhaube sitzen. Grosse Fahnen sollten während der Fahrt nicht geschwenkt werden, rieten die Experten weiter, damit sich ein so tragischer Unfall nicht wiederhole.