Anfrage Giezendanner
Nach hohem Gewinn: So verteilen sich die Steuern der Aargauischen Kantonalbank auf die Gemeinden

Die Aargauische Kantonalbank hat im Geschäftsjahr 2017 einen Gewinn von 145,6 Millionen Franken gemacht. Aarau profitiert als Standortgemeinde des Hauptsitzes der Bank am meisten von den Steuern.

Mathias Küng
Merken
Drucken
Teilen
Der Hauptsitz der AKB in Aarau.

Der Hauptsitz der AKB in Aarau.

Chris Iseli

Grossrat Benjamin Giezendanner (SVP) wollte von der Regierung wissen, wie sich die Steuerzahlungen der Aargauischen Kantonalbank (AKB) auf die Standortgemeinden verteilen und wie viel die Bank für Sponsoring aufwendet. Hintergrund seiner Anfrage war der hohe Gewinn der AKB im Geschäftsjahr 2017 von 145,6 Millionen Franken. Davon soll die Bank dem Kanton, dem sie zu 100 Prozent gehört, 96 Millionen Franken abliefern. Der Grosse Rat wird nächsten Dienstag dazu Beschluss fassen.

Die Antwort der Regierung liegt jetzt vor. Die tabellarische Auflistung rechts zeigt, welche Gemeinde wie stark von Steuern der AKB profitiert. Nicht überraschend ist, dass die Stadt Aarau als Hauptsitz der AKB mit Abstand am meisten Steuern bekommt. Aber auch 28 weitere Gemeinden profitieren (siehe Tabelle). Der Kanton selbst erhält keine Steuern von der AKB, da diese bei der Kantonssteuer von der Steuerpflicht befreit ist.

Giezendanner wollte zudem wissen, ob die Aufteilung der Steuererträge hinsichtlich der erwirtschafteten Gewinne innerhalb der Regionen gegenüber den Standortgemeinden als fair und transparent sei. Für die Festlegung der Steuergrundlage und Aufteilung der Steuererträge als Grundlage der Steuerrechnungen der Standortgemeinden im Aargau sei das Steueramt am Hauptsitz der AKB verantwortlich, schreibt die Regierung dazu, und weiter: «Dem Regierungsrat liegen keine Hinweise vor, wonach die praktizierte Steuerausscheidung unfair oder intransparent sein könnte.»

Und wie hält sie es mit Sponsoring?

Die AKB als hochrentable Bank ist natürlich sehr gefragt für Sponsorings. Auf eine entsprechende Frage Giezendanners antwortet die Regierung, die AKB engagiere sich über ihr Sponsoring aktiv am gesellschaftlichen Leben in ihrem Wirtschaftsgebiet. Sie konzentriert ihre Sponsoringaktivitäten auf kulturelle, sportliche, nachhaltige und soziale Projekte im ganzen Kanton und im angrenzenden Olten-Gösgen-Gäu.

Nebst klassischen Leuchtturmprojekten wie der «Lenzburgiade» und dem Orchester «argovia philharmonic» unterstützt die AKB zahlreiche regionale und lokale Veranstaltungen, Vereine und Institutionen, ist an Gewerbemessen und Breitensportveranstaltungen präsent. Zudem veranstaltet sie über ihre Sponsoringplattformen Anlässe für ihre Kundinnen und Kunden. Die Höhe der jährlichen Sponsoringausgaben werde nach einem definierten Schlüssel festgelegt, der sich am Geschäftsergebnis der Bank orientiert, schreibt die Regierung dazu. Das Sponsoringbudget der Bank sei Teil des Marketingbudgets und werde nicht öffentlich kommuniziert.

Schliesslich wollte Giezendanner noch wissen, ob auch Einzelbeiträge über einer halben Million Franken vergeben würden. In den letzten fünf Jahren sei mit Ausnahme des Eidgenössischen Turnfests 2019 in Aarau (540'000 Franken inklusive Mehrwertsteuer sowie 25 000 Franken budgetrelevante Sachleistungen) kein so hoher Beitrag ausbezahlt worden, heisst es in der Antwort dazu. Hingegen habe die AKB im Mai 2016 an die Investitionskosten für die Alte Reithalle in Aarau 3 Millionen Franken zugesichert, sofern die Bauarbeiten bis Ende 2019 beginnen. In einer Gesamtbeurteilung liegen der Regierung «keine Hinweise vor, wonach die Vergabepolitik der AKB willkürlich sein könnte».