Markus Gabriel
Nach Hochwasser: Uerkheims Gemeindeammann wirft Bettel hin

Die ständige Opposition gegen den dringend nötigen Hochwasserschutz hat ihn zermürbt: Uerkheims Gemeindeammann Markus Gabriel (51, SVP) geht per Ende Jahr. Er bleibt aber Grossrat.

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Markus Gabriel
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Grosse Schäden in Uerkheim.
Markus Gabriel ist Gemeindeammann von Uerkheim und sitzt für die SVP im Grossen Rat. Mario Heller
Uerkheim am Montag nach dem Unwetter Hochwasser Blick auf und in die 13 Autos, die vom Hochwasser zerstört worden sind. Sie stehen auf einem Parkplatz unterhalb der Kirche
Zirkusmatierial des Hochseilartisten Freddy Nock trocknet nach der Überschwemmung. Spuren der Verwüstung in Uerkheim 4 Tage nach der Überschwemmung
Hochwassergefahrenkarte und Hochwasser in Uerkheim
Der Gemeinderat von Uerkheim - vorne: Markus Gabriel, Herbert Räbmatter; hinten: Andreas Ott, Marcello De Matteo und Peter Basler.
Überschwemmung in Uerkheim

Markus Gabriel

Mitte April hatte Gabriel angekündigt, er werde im Herbst wieder zu den Wahlen antreten. Das war damals schon eine kleine Überraschung, weil er an der Gemeindeversammlung vom November 2016 eine bittere Niederlage erlitten hatte: Das Volk war nicht bereit, ihm eine Besoldungsverdoppelung von 15'000 auf 30'000 Franken zuzugestehen (bei einem 30-Prozent-Pensum).

Am 8. Juli 2017 wurden weite Teile von Uerkheim überflutet. Gemeindeammann Gabriel war stark gefordert und macht einen guten Job. Allerdings musste er sich rasch Fragen gefallen lassen, warum denn die Uerkner nichts für den Hochwasserschutz getan hatten. Gabriel selber hat sich diesbezüglich nichts vorzuwerfen.

Er schreibt am Freitag: „Zweimal habe ich bei unseren Hochwasserschutzprojekten vor den Folgen gewarnt, wenn wir nichts unternehmen. Unsere Warnungen sind nun leider bestätigt worden und die Schäden sind genauso oder noch schlimmer eingetroffen als vorausgesagt.“

Überschwemmung in Uerkheim

Überschwemmung in Uerkheim

Leserbild/Marco Wegmüller

Im Oktober 2015, bei der zweiten Referendumsabstimmung über den der Hochwasserschutz habe er gemahnt: „Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser.“

Nun habe der Gemeinderat Uerkheim die Möglichkeit und die Pflicht, das Hochwasserschutzprojekt ein drittes Mal an die Hand zu nehmen. „Bereits hat sich wieder Grundsatzopposition angekündigt“, schreibt Gabriel. Und weiter: „Ich stehe voll und ganz hinter einem neuen Hochwasserschutzprojekt. Allerdings möchte ich nicht ein drittes Mal als Gemeindeammann an der Urne unsere Bemühungen zerstört sehen.“

Er denke es sei besser, das Hochwasserschutzprojekt „einem neuen, unbelasteten Gemeinderat und Gemeindeammann zu überlassen, damit er es zu einem erfolgreichen Ende führen kann“, meint Gabriel. Darum habe er sich „schweren Herzens entschieden, nicht mehr als Gemeinderat und Gemeindeammann Uerkheim zu kandidieren“.