Alfred Venez (71) und seine Partnerin Ruth von Gunten stehen vor den Überresten ihrer einstigen Scheune an der Dorfstrasse 66 in Glashütten. Das Paar kann es noch immer nicht fassen. Ein Brand zerstört am Vortag ihren Stall bis auf die Grundmauern. Alarmiert wird Alfred Venez durch seinen Sohn per Telefon: «Vater, du musst sofort runter zum Stall, es brennt!» Als er eintrifft, fährt auch die Feuerwehr zu.

Die Scheune steht bereits im Vollbrand. Nachbarn helfen das Pferd und den Esel in Sicherheit zu bringen. Die Feuerwehr schützt die Nachbarhäuser und den angrenzenden Wald. «Beim Stall kommt jede Hilfe zu spät», sagt Alfred Venez mit Tränen in den Augen. Immer wieder schüttelt er den Kopf. In der Nacht schläft er kaum. Auch Tabletten helfen nichts.

Nach Brand: Bauernfamilie steht vor dem Nichts

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Aufgrund des gestrigen Stallbrandes in Glashütte, wurde das Lebenswerk der Familie Venetz vernichtet. Die Grösse des Schadens ist noch unklar.

«Es schmerzt sehr, mein ganzes Lebenswerk ist zerstört», sagt Alfred Venez einen Tag nach dem Brand. Vor 36 Jahren kauft er diese Parzelle, reisst den verlotterten Stall ab und baut einen neuen auf. Später züchtet er Schweine und Rinder und hält Kühe. Sein Geld verdient er als Lastwagenchauffeur bei einem Langenthaler Unternehmen. Als es gesundheitlich nicht mehr geht, übergibt er den Stall dem Sohn. Dieser setzt ebenfalls auf Kälbermast. «Nächste Woche wären 70 junge Rinder angeliefert worden», sagt Alfred Venez. «Hätte es dann gebrannt, wäre es zur Katastrophe gekommen.» Im Gegensatz zu Pferd und Esel flüchten Schweine und Kälber nicht, wenns brennt.

Die Feuerwehr Murgenthal und Nachbarwehren sind auch in der Nacht mit Löscharbeiten und Feuerwache beschäftigt. Immer wieder flackern Glutnester auf. Bei Tageslicht gehen die Aufräumarbeiten weiter. Immer wieder steigt Rauch auf, wenn der Baggerfahrer mit dem Greifarm Stroh und Heu auseinandernimmt. Sofort spritzt die Feuerwehr Wasser. Über zehn grosse Container mit angebranntem, nassem Stroh und Heu werden abgeführt, zwischengelagert und nächste Woche in der Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt. «Zum Glück arbeitet die Feuerwehr so gut», lobt Alfred Venez die Hilfskräfte. «Es hätte ja viel schlimmer kommen können.» 24 Stunden nach dem Grossbrand ist die Höhe des Sachschadens noch nicht bekannt und die Brandursache weiter ungeklärt.

Glashütten: Scheunenbrand sorgt für Grossaufgebot mehrerer Feuerwehren

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Beim Brand einer Scheune in Glashütten ist am Donnerstagvormittag grosser Sachschaden entstanden. Menschen oder Tiere wurden nicht verletzt. Ein Pferd und ein Esel konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.