Die Bauknecht Schweiz AG hat sich den grössten Auftrag ihrer über 60-jährigen Firmengeschichte gesichert: Ab 2016 und für die folgenden Jahre darf das Unternehmen aus Lenzburg alle Neubauwohnungen von SBB Immobilien mit Haushaltsgeräten ausstatten.

Das Auftragsvolumen werde nicht kommuniziert, sagt Bauknecht-CEO Stephan Gieseck auf Anfrage. Sicher aber bewegt es sich in mehrfacher Millionenhöhe, denn allein der in Zürich Altstetten in den Himmel wachsende SBB-Westlink-Tower zählt 155 Wohnungen auf 23 Etagen.

Hergestellt werden die Kühlschränke, Kochherde und Waschmaschinen in Italien und Frankreich. Die Bauknecht Schweiz AG beschäftigt rund 200 Mitarbeitende, die meisten davon in Lenzburg, und gehört als Vertriebs- und Servicestandort seit 1991 zum weltweit operierenden Whirlpool-Konzern. Dieser wiederum produziert in Europa an 16 verschiedenen Standorten. Das Volumen des SBB-Auftrags zu stemmen, sei deshalb sicher kein Problem, sagt Gieseck.

Der Walliser hat das Steuer in Lenzburg vor zwei Jahren übernommen und sieht Bauknecht — natürlich auch Dank des Rekordauftrags — auf dem «Weg zurück». «Vor 25 Jahren war das Unternehmen die Nummer Zwei unter den Schweizer Haushaltsgeräte-Herstellern», sagt er.

«Dann fiel es zurück, weil der Schweizer Markt vernachlässigt und zu wenig in neue Technologien investiert wurde.» Seit 2008 sei dies nun wieder anders: «Alleine in diesem Jahr steckt Whirlpool rund 400 Millionen Franken in neue Produktetechnologien».

Trotz zunehmender Automatisierung dürfte eine Produktion in der Schweiz laut Gieseck aber auch künftig unrentabel bleiben. Profitieren kann der Standort Lenzburg dank mehr Serviceaufträgen vom Aufschwung natürlich trotzdem.

Die Mitarbeiterzahl könnte bis Ende des Jahrzehnts auf 300 steigen, hofft der CEO. Für mehr Platz ist jedenfalls schon mal gesorgt: Im Herbst 2016 zieht die Bauknecht Schweiz AG ins neu entstehende Quartier «Im Lenz» neben dem Bahnhof Lenzburg.