Zwanzig Jahre, nachdem Pfister seinen Stammsitz in Suhr für rund 40 Millionen Franken in ein Fachmarktzentrum umgebaut hat, wird das Unternehmen mit seiner Tochtergesellschaft Möbel Hubacher in Rothrist das Gleiche tun. Die Verkaufsfläche des laut Eigendeklaration «Grössten Einrichtungshauses der Schweiz» wird von 30 000 auf 15 000 Quadratmeter halbiert. Auf dem Areal werden, so berichtete das «Zofinger Tagblatt», ein Jumbo-Baumarkt und ein Conforama einziehen. Dazu kommen diverse kleine Läden – genau nach dem Muster von «Suhr». Die Baukosten liegen bei 50 Millionen Franken. Das Baugesuch liegt bis am 22. Januar auf.

Seit 2015 im Pfister-Besitz

Die Ausgangslage: 1982 zügelte Möbel Hubacher seinen Hauptsitz von Muttenz BL nach Rothrist unmittelbar neben die A1. 1994 investierte der damalige Besitzer 40 Millionen Franken in das «Rote Haus» und verdoppelte die Verkaufsfläche. Später wurde auf dem Nachbargrundstück das Design Center angegliedert, in dem die Hubacher-Besitzerfamilie dann im November 2012 das «Stilhaus» eröffnete. Im Oktober 2015 übernahm die Pfister Arco Holding das Möbelhaus Hubacher (ohne Stilhaus). Die Rede war damals von einer «Mega-Fusion in der Schweizer Möbelbranche». Hubacher beschäftigte 200 Angestellte. Die Pfister Arco Holding betonte 2015, Name, Standort und Mitarbeitende würden bleiben.

Baumärkte en masse

Wegen der Verkleinerung dürfte die Anzahl Jobs bei Hubacher jetzt doch markant zurückgehen. Aber weil gleichzeitig ein Möbel-Cluster entsteht, wird es gesamthaft wohl mehr Arbeitsplätze geben. Schon im kommenden Frühling werden Österreicher im «Stilhaus» einen XXXLutz eröffnen. Auf 13 000 Quadratmetern (fast so viel wie der künftige Hubacher) werden hochwertige Design- und Markenmöbel sowie viele Wohn-Accessoires angeboten. Geplant ist die Schaffung von rund 100 neuen Jobs.

Zu XXXLutz kommen, sobald der 50-Mio.-Umbau abgeschlossen ist, Conforama und Jumbo. Letzteres ist doppelt bemerkenswert: Einerseits weil Jumbo bereits in Suhr ein Hauptpartner der Pfister-Umgestaltung war. Andererseits, weil es im Raum Rothrist/Oftringen eine grosse Baumarkt-Konzentration geben wird: Denn in Oftringen wird zusätzlich zum bestehenden Obi Ende 2019/Anfang 2020 ein Bauhaus (16 000 Quadratmeter im bestehenden a1-Center) eröffnet.

Im Herbst 2015 berichtete die «Handelszeitung», die Pfister Arco Holding habe rund 80 Millionen Franken für Hubacher bezahlt. Praktisch nur den Wert der Immobilie, deren Lage an der Autobahnausfahrt einzigartig sei. Das Gebäude selber habe aber Renovationsbedarf.

Parkieren nicht mehr gratis

Das beweist das jetzt aufliegende Baugesuch: So soll die markante rote Blechfassade durch eine neue Verkleidung mit roten Flachblechen ersetzt werden. Und statt mit Öl wird der Komplex mit einer Erdsonde beheizt. Die Zahl der Parkplätze soll nur minim von 640 auf 645 steigen. Nach dem Umbau wird das Parkieren etwas kosten (bisher gratis) – gleich wie in anderen grossen Fachmarktzentren (etwa Oftringen). Laut «Zofinger Tagblatt» rechnet der Umweltverträglichkeitsbericht «nicht mit einer Zunahme des Verkehrsaufkommens».

Der heute eher diskrete Eingang zwischen den beiden roten Häusern wird aufgepeppt. Es entsteht ein Eingangsvorbau. Dahinter gibts eine lichtdurchflutete Mall. Die bestehenden 88 Parkplätze beim Ostbau werden in eine neue Tiefgarage verlegt. Darauf wird der Glashaus-Komplex für den Jumbo-Baumarkt errichtet.

Letzteres ist anders als in Suhr, wo die Parkplätze nicht unter, sondern auf dem Jumbo sind. Was in Rothrist neben Conforama und Jumbo noch an Geschäften einziehen soll, ist nicht bekannt. Es fällt auf, dass an den Fassaden des Neubau-Modells Sportbilder hängen. Die Realisierung des 50-Mio.-Projektes soll in Etappen erfolgen und bereits nächstes Jahr beginnen.