Lebensmittel-Sicherheit

Nach Gammel-Marroni in Solothurn: Der Aargau setzt auf Selbstkontrolle

Die Hälfte aller im Kanton Solothurn getesteten Marroni waren schimmlig oder faul.

Die Hälfte aller im Kanton Solothurn getesteten Marroni waren schimmlig oder faul.

In Solothurn fiel die Hälfte der Marroni bei Lebensmittelkontrollen durch. Im Aargau wurde diese Saison jedoch gar nicht kontrolliert. Wie kann das sein?

Die Qualität von Marroni und Baumnüssen ist mangelhaft – das gab letzte Woche die Solothurner Lebensmittelkontrolle bekannt.

Zehn Proben bei sechs Anbietern wurden genommen. Das Resultat: Die Hälfte der getesteten Kastanien und Baumnüsse wurde als unzureichend eingestuft und umgehend vom Markt entfernt. Jeder zweiten Baumnussprobe machten lebende Schädlinge zu schaffen, bei der Hälfte der getesteten Kastanien wurde ein Anteil von Schimmel und Fäulnis festgestellt, so die Solothurner Zeitung.

Und wie sieht es mit den Marroni im Aargau aus? «Diesen Winter haben wir bisher keine Proben genommen», sagt Alda Breitenmoser, Leiterin Amt für Verbraucherschutz des Kantons, auf Anfrage. «Wir machen ungefähr alle drei Jahre Untersuchungen bei den Marroni, oder auch einmal dazwischen, wenn wir aufgrund schlechter Ernten davon ausgehen müssen, dass die Qualität der Ware ungenügend sein könnte. Das schien dieses Jahr nicht der Fall zu sein.»

Und was tun sie, falls ein Nachbarkanton solch gravierende Mängel feststellt? «Es hilft, wenn die Kantone nicht alle in den selben Jahren kontrollieren. Wenn nun ein Nachbar solche Mängel findet, ist die Signalwirkung auch hier gross. Es kann gut sein, dass wir nach diesen Resultaten nun auch noch kontrollieren werden. Auf dem Plan ist es aber noch nicht.»

Grundsätzlich gilt im Lebensmittelrecht die Selbstkontrolle. «Natürlich ist es schlimm, wenn Marroni verschimmelt sind, aber wir haben nicht die Ressourcen, sie jedes Jahr zu prüfen», so Breitenmoser.

Die Marroniverkäufer sind also grundsätzlich selber dafür verantwortlich, dass sie ihren Kunden keine schlechte Ware verkaufen. Und das tun sie auch, sagt Stefan Elsener, der während der Marronisaison mit einem festen Standplatz in Baden Marroni brät.

«Meistens erkennt man Schäden während des Bratens von aussen, es kann aber natürlich immer sein, dass wir die eine oder andere schlechte nicht erkennen können», sagt er. «Dass gleich die Hälfte der Proben in Solothurn schlecht war, kann ich mir dennoch nicht erklären.»

Seiner Meinung nach sei die Frische der Ware auf Lieferant und Lagerung (knapp über
0 Grad und dunkel) zurückzuführen.

Dieses Jahr habe grundsätzlich viel besser angefangen als das letzte: «Im letzten Jahr waren viele Marroni von einer Art Pilz befallen, da musste man schon vorgängig etwa 10 bis 20 Prozent wegwerfen, und die Kunden fanden trotzdem noch zwei bis drei schlechte pro 100 Gramm. Das ist zuvor noch nie vorgekommen.»

Auch dieses Jahr seien viele italienische Marroni von Pilzen befallen. «Mein Lieferant bezieht die Marroni jedoch in Portugal, da hatten wir keine Probleme», so Elsener.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1