Regierungsrat 2. Wahlgang
Nach FDP-Entscheid: Jetzt schaut alles auf CVP-Präsidentin Binder

Die FDP-Geschäftsleitung hat ihn gemacht – den entscheidenden Schritt: Sie will im zweiten Wahlgang die Kandidatin der SVP unterstützen, um den Regierungsrat bürgerlicher auszurichten. Nun blickt alles auf die CVP.

Jürg Krebs und Mathias Küng
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CVP-Präsidentin Marianne Binder: Ihre Partei entscheidet am Mittwochabend, wen sie im zweiten Wahlgang unterstützt.

CVP-Präsidentin Marianne Binder: Ihre Partei entscheidet am Mittwochabend, wen sie im zweiten Wahlgang unterstützt.

Sandra Ardizzone

Nachdem die Geschäftsleitung der FDP am Montagabend einstimmig entschieden hat, für den zweiten Wahlgang auf Franziska Roth von der SVP zu setzen, wartet alles auf den Entscheid der CVP. Die drei Parteien wollen nämlich den noch offenen fünften Regierungssitz aus ihren Reihen besetzen, um damit einen zweiten links-grünen Sitz zu verhindern.

Links-Grün wird sich diese Woche aller Voraussicht nach auf SP-Nationalrätin Yvonne Feri einigen.

Was macht also jetzt die CVP? Oder: Wie wertet die CVP den FDP-Entscheid? CVP-Präsidentin Marianne Binder war weder am Montagabend noch am Dienstagmorgen für eine Stellungnahme erreichbar.

Offiziell werden die CVP-Delegierten am Mittwochabend entscheiden, wenn sie sich im Salzhaus in Brugg zur ausserordentlichen Delegiertenversammlung treffen werden.

Das sagten die Parteipräsidenten am Montagabend - vor dem FDP-Entscheid:

CVP will eine gemeinsame Kandidatur

Bislang hatte Binder immer auf einen Entscheid der wählerstärkeren FDP gedrängt. Es machte immer den Anschein, als wollte sie diesem dann folgen. Binders Credo seit dem Wahlsonntag: "Wir brauchen eine einzige gemeinsame bürgerliche Kandidatin."

In diesem Sinne kann die Kandidatin auch bei der CVP nur heissen: Franziska Roth.

Doch die CVP hat das gleiche Problem wie die FDP. Roth ist nicht die Wunschkandidatin. Auch die CVP hat Roth im ersten Wahlgang nicht offiziell unterstüzt. Und seit Sonntag hat auch die CVP klar gemacht, dass ihr eine andere Person lieber wäre. Beide Parteien treibt die Angst um, dass der Entscheid von der Wähler-Klientel nicht mitgetragen wird, denn Roth polarisiert.

Doch SVP-Präsident Thomas Burgherr hat taktisch klug bereits am Wahlabend erklärt: "Unsere Kandidatin für den zweiten Wahlgang ist und bleibt Franziska Roth." Und er hatte Gegenrecht eingefordert, schliesslich habe die SVP auch Stephan Attiger (FDP) und Markus Dieth (CVP) erfolgreich für den Regierungsrat empfohlen.

GLP, EVP, BDP - oder die Frage der Mitte

Die offene Frage ist: Wie verhält sich nun die Mittepartei BDP? Ihre Kandidatin Maya Bally erzielte im ersten Wahlgang ein Überraschungsergebnis. Doch Bally zögert. Sie will die Unterstützung namentlich von der FDP. Diese hat nun nicht auf sie gesetzt. Die Partei entscheidet am Dienstagabend.

Als weitere Mittepartei entscheidet die GLP am Mittwochabend an einer Mitgliederversammlung über das weitere Vorgehen. Präsident Beat Hiller kann erst so viel sagen: Man sei grundsätzlich für alles offen. Klar sei indessen, dass es eine Frau sein muss. Franziska Roth erhalte aber «höchstwahrscheinlich keine Unterstützung, bei Yvonne Feri sind die Meinungen gespalten». Sollte es auf eine Kandidatin der Mitte hinauslaufen, fragt Hiller, wer denn die Mitte sei: «Falls sie am Schluss ‹nur› aus BDP, GLP und EVP bestehen sollte, hätten wir keine Chance.»

Die EVP entscheidet laut Präsident Roland Bialek erst am Donnerstagabend, wen sie unterstützt (oder nicht). Eine eigene Kandidatur werde es nicht geben, so Bialek.

Der zweite Wahlgang findet am 27. November statt.

Regierungsrat: Das Ergebnis des 1. Wahlgangs:

Regierungsrat: Das Ergebnis des 1. Wahlgangs vom 23. Oktober 2016

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AZ