Terminal

Nach Dietikons Aus steigen Chancen für Ausbau des Rekinger Container-Portals

Der Terminal Rekingen soll auf 640 Meter Gleislänge ausgebaut und mit zwei Container-Krananlagen versehen werden. Rekingen oder Limmattal – nur einer kann wirtschaftlich betrieben werden.

Der Terminal Rekingen soll auf 640 Meter Gleislänge ausgebaut und mit zwei Container-Krananlagen versehen werden. Rekingen oder Limmattal – nur einer kann wirtschaftlich betrieben werden.

Der Rückzug des Gateway-Projekts durch die SBB spielt der Konkurrenz im Zurzibiet in die Hände. Werner Indermühle vom Rekinger Hochrheinterminal preist diesen als bessere Alternative an. Er wartet schon auf das Okay für ein Ausbauprojekt.

Die SBB haben überraschend bekannt gegeben, dass sie ihre Planung für das Gateway-Projekt im Limmattal abbrechen – der 160 Millionen Franken teure Container-Umschlagplatz in Dietikon wird nicht realisiert.

Das gibt einem anderen Projekt neuen Schub: In Rekingen im Bezirk Zurzach, unmittelbar neben der Rheintalstrasse, steht das Hochrheinterminal. Betrieben wird es von der Swissterminal AG, Inhaberin ist die Hochrhein Terminal AG. Deren Verwaltungsratspräsident Werner Indermühle zeigt sich wenig erstaunt über das Aus für das Gateway Limmattal.

Er preist den Standort Rekingen schon länger als besser gelegene und kostengünstigere Alternative an: «Für rund 35 Millionen Franken liesse sich das Hochrheinterminal so weit ausbauen, dass es die gleichen Kapazitäten hätte wie das Gateway Limmattal.»

Entsprechende Pläne hat Indermühle bereits im Januar beim Eidgenössischen Verkehrsdepartement eingereicht. Vorerst sollen die Gleise auf 600 Meter Länge ausgebaut werden; später wären 750 Meter möglich. Ab 2018 könnten so bis zu 600 Container pro Tag umgeschlagen werden. Das würde täglich zwei zusätzliche Güterzüge erfordern.

«Das Aus für das Gateway Limmattal bestärkt uns in unserem Vorhaben», sagt Indermühle. Entsprechend erwarte er nun vom Bund, dass das Ausbaugesuch zügig behandelt werde. Es sei zu erwarten, dass der Bund bei einem Ausbau rund 80 Prozent der Kosten tragen würde.

Positive Signale von Regierungsrat

Noch vor einem Jahr hatte Regierungsrat Stephan Attiger – damals frisch im Amt – verlauten lassen, der Standort Rekingen sei «keine valable Alternative zum Gateway Limmattal». Die az weiss: Sowohl Attiger als auch seine Leiterin der Abteilung Verkehr haben sich inzwischen mit Werner Indermühle in Rekingen getroffen.

Nun klingt es schon viel positiver aus dem Departement für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU): «Das Terminal Rekingen könnte punktuell das Limmattal entlasten», schreibt Attiger auf Anfrage. Es sei positiv zu werten, dass Private in die Anlage in Rekingen investieren möchten. «Unsere Aufgabe wird es sein, die Zu- und Wegfahrten auf Schiene und Strasse genau zu prüfen. Erst wenn dies erfolgt ist, werden wir eine detaillierte Stellungnahme abgeben können.»

Fakt ist: Von Rekingen aus würde ein Grossteil der Waren auf der Strasse weitertransportiert, vornehmlich in den Grossraum Zürich Nord, Winterthur und in die Ostschweiz. «Es macht keinen Sinn, diese Nahbereich-Transporte künstlich auf die Schiene zu verlegen», sagt Indermühle.

Die Distanzen seien zu gering. Seit kurzem liege eine Verkehrsprognose vor, die von 600 Containerumschlägen pro Tag ausgeht. Man werde sie innert Monatsfrist beim BVU vorstellen.

Die Quintessenz: «Die Verkehrszunahme auf der Rheintalstrasse in Richtung Zürich wäre nicht markant», sagt Indermühle. «Der Verkehr würde sicherlich kein Level erreichen, das besondere Massnahmen erfordern würde – zum Beispiel neue Anschlüsse.»

Die Lärmbelastung für das Zurzibiet würde sich laut Indermühle im Rahmen halten. Einerseits, weil längere Terminal-Gleise weniger Rangierbewegungen erfordern und dafür Hybrid-Rangierloks vorgesehen wären. Andererseits, weil das Rollmaterial laufend verbessert würde – auch international.

Derzeit warten die Hochrhein Terminal und die Swissterminal AG auf einen positiven Bescheid aus Bern – danach würde das ordentliche Bau- und Bewilligungsverfahren starten. Der Gemeinderat Rekingen dürfte dabei nicht im Wege stehen: In einem Interview mit der az im Dezember sagte Ammann Werner Schumacher, er stünde klar hinter einem Ausbau.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1