Eigentlich hätte die Aargauer Regierung nach dem Ja zur Mundart-Initiative zwei Jahre Zeit für die Umsetzung. Der Regierungsrat aber möchte das Anliegen möglichst rasch umsetzen. Wie er am Freitag in einer Mitteilung schreibt, werden die aktuell geltenden Bestimmungen zur Standartsprache im Kindergartenlehrplan umgehend aufgehoben. Schon im nächsten Schuljahr soll im Kindergarten grundsätzlich Mundart unterrichtet werden.

Die Abteilung Volksschule des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) habe für die Schulen Empfehlungen zu Mundart im Kindergarten ausgearbeitet, schreibt der Regierungsrat weiter. «Den Kindergarten-Lehrpersonen wird empfohlen, grundsätzlich Mundart zu sprechen, wobei einzelne Sequenzen wie beispielsweise das Singen von Liedern, das Vortragen von Versen oder im Spiel der Kinder Standardsprache gesprochen werden darf», heisst es.

Komitee zeigt sich «erfreut»

Das Initiativ- und Abstimmungskomitee «Ja für Mundart im Kindergarten» zeigt sich in einer Stellungnahme «erfreut» über den Entscheid des Regierungsrats. Die Regierung nehme das Votum des Souveräns ernst und handle, heisst es in der Mitteilung. «Mit der Verwirklichung der Mundart-Initiative ab dem bevorstehenden Schuljahr hat sich der Regierungsrat für die Erhaltung und Förderung unserer Mundart und Dialekte entschieden. Diese regierungsrätlichen Massnahmen sind nach Meinung der Initianten ein bedeutsamer Schritt in die richtige Richtung.»