Ein «Big Sale» ist der diesjährige Ausverkauf in der Tat: Kaum sind die Weihnachtsglocken verklungen, klingen die Kassen. «Es wird eingekauft wie verrückt», sagt eine Angestellte eines Kleidergeschäftes in Aarau. «Bei den hohen Rabatten ist das aber nicht erstaunlich.»

Gut in den Ausverkauf gestartet sind auch die Kaufhäuser. «Unsere Zahlen liegen über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre», sagt Jürg Birkenmeier, Leiter Verkauf Region Mitte bei CoopCity. Zu verdanken sei dies unter anderem dem durchzogenen Wetter, das zum Einkaufen einlade.

Migros ohne Ausverkauf

Viel Betrieb war zwischen Weihnachten und Neujahr auch in den Aargauer Manor-Filialen. «Ins neue Jahr sind wir ebenso gut gestartet», freut sich Manor-Sprecherin Elle Steinbrecher. Gefragt seien derzeit vor allem Kleidung, Accessoires, Schmuck und Parfums. Rundum zufriedene Gesichter auch beim Grossverteiler Migros, der seine Produkte nicht bis Ende Jahr lagert und deshalb keinen klassischen Ausverkauf kennt: «Auch ohne diesen läuft der Verkauf wie in den vergangenen Jahren sehr gut», sagt Thomas Bornhauser, Sprecher der Migros Aare.

Noch bis zum 12. Januar dauert der Ausverkauf im Spreitenbacher Einkaufszentrum Shoppi Tivoli. Auch hier klingen die Kassen, was die Geschäftsleitung vor allem auf die langen Ferien zurückführt: Viele hätten mit wenigen zusätzlichen Ferientagen zwei Wochen freigehabt.

Knallharter Konkurrenzkampf

Obwohl derzeit kräftig für den Ausverkauf geworben wird: Schnäppchen gibt es das ganze Jahr hindurch immer mal wieder. Denn die Läden zücken zunehmend schon in den Wochen vor Weihnachten den Rotstift oder führen mehrmals im Jahr eine Liquidation oder einen Sonderverkauf durch. «Es ist deshalb gut möglich, dass gewisse Produkte unter dem Jahr günstiger zu haben sind als im Ausverkauf», sagt ein Mitarbeiter eines Kaufhauses. «Der Konkurrenzkampf ist knallhart.»

Dass die Preise auch unter dem Jahr purzeln, ist erst seit 1995 möglich. Damals wurde die Ausverkaufsverordnung gesamtschweizerisch ersatzlos ausser Kraft gesetzt. Zuvor waren im Jahr nur zwei Ausverkäufe erlaubt gewesen, einer im Sommer und einer im Winter.