Badenfahrt
Nach den Anschlägen in Spanien: So schätzt der Badener Polizeichef die Sicherheitslage ein

Die Stadtpolizei Baden und die Kantonspolizei Aargau halten auch nach Anschlägen in Spanien bestehenden Sicherheitskonzept für die Badenfahrt fest.

Andreas Fahrländer
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An der Zufahrt zum Schlossbergplatz hat die Polizei schon Betonelemente aufgestellt.

An der Zufahrt zum Schlossbergplatz hat die Polizei schon Betonelemente aufgestellt.

Badener Tagblatt

Bisher verliefen alle Badenfahrten ausserordentlich friedlich. Darauf sind die Badener stolz. Max Romann, stellvertretender Kommandant und interimistischer Leiter der Stadtpolizei, sagte im Juli zur az: «An den Badenfahrt-Wochenenden gab es jeweils sogar weniger Zwischenfälle als an einem gewöhnlichen Freitag oder Samstag. Das hängt mit der sozialen Kontrolle zusammen, die aussergewöhnlich gut funktioniert.»

Hier gehts zum Liveblog der Badenfahrt

Die Boulevardzeitung "Blick" schrieb auf ihrem Online-Portal, nach den Terroranschlägen in Spanien überprüfe die Polizei das Sicherheitskonzept der Badenfahrt noch einmal.

Dem widerspricht Romann allerdings: "Wir haben uns zusammen mit der Kantonspolizei Gedanken gemacht, ob wir Anpassungen vornehmen müssen. Wir sind aber rasch zum Schluss gekommen, dass wir bei dem seit langem bestehenden Sicherheitskonzept bleiben." Eine Krisensitzung, wie es der Blick schreibt, habe keine stattgefunden.

Für die Sicherheit im Festgebiet ist die Stadtpolizei Baden zuständig. Sie wird unterstützt von der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal und der Kantonspolizei. Letztere kommt während dem Fest bei schwerwiegenderen Offizialdelikten zum Einsatz. Kapo-Sprecher Roland Pfister sagt, man sei auf alle möglichen Szenarien vorbereitet. Vorhersehen, was passiert, könne man aber nicht.

Eine Million Besucher werden während der nächsten zehn Tage an der Badenfahrt erwartet. Besonders an den Wochenenden herrscht jeweils dichtes Gedränge im Festgebiet.

Es gibt Sperren aus Betonelementen an allen Zufahrtsstrassen. Die letzten stellt die Polizei heute Nachmittag auf, wenn keine Lieferfahrzeuge mehr ins Festgebiet fahren müssen. Teilweise werden die Zufahrten auch mithilfe von 40 Tonnen schweren Lastwagen blockiert.

Drohnen verboten

Die Polizei hat zudem weitere Sicherheitsmassnahmen beschlossen, über die sie nicht öffentlich spricht. Generell verboten sind aber Drohnen im Festgebiet. Die Schwierigkeit für die Polizei bestehe darin, den Piloten ausfindig zu machen. «Wer mit der Drohne über die Menschenmenge fliegt, wird angezeigt und erhält eine Busse.»

Von den täglich rund 100'000 Gästen könnten nicht alle kontrolliert werden, sagt Romann weiter: «Denn an der Badenfahrt gibt es keine offiziellen Eingänge, und wir können nicht die ganze Stadt abriegeln. Aber wir werden Präsenz markieren und Personenkontrollen durchführen.»

Besonders eng dürfte es auf dem Schlossbergplatz und im "Blinddarm" werden. Hier war schon in den letzten zwei Wochen wegen den Aufbauarbeiten für die Badenfahrt zeitweise kaum noch ein Durchkommen. Romann sagt, hier sei ein Flaschenhals entstanden, den man nun gut im Auge behalte. Nach dem ersten Festabend am Freitag werde die Stadtpolizei allenfalls Massnahmen ergreifen.

Ein anderes Thema, das der Stadtpolizei wichtig ist, ist die Prävention. Mit Broschüren und Cocktail-Rührstäbchen warnt sie vor zuviel Alkohol, Drogen und vor sogenannten K.O.-Tropfen. Die Broschüren und die Stäbchen werden an alle Festbeizen verteilt.