Vordemwald

Nach dem Hangrutsch: Spezialisten sanieren den Rümlisberg

Mit dem umgangssprachlich «Menzi Muck» genannten Schreitbagger werden am Rümlisberg in Vordemwald zuerst teils mannsgrosse Baumstrünke aus dem steilen Hang gerissen.

Mit dem umgangssprachlich «Menzi Muck» genannten Schreitbagger werden am Rümlisberg in Vordemwald zuerst teils mannsgrosse Baumstrünke aus dem steilen Hang gerissen.

Heftige Regenfälle führten am 23. Januar 2018 zu einem Hangrutsch am Rümlisberg. Nun wird der Hang mit schwerem Gerät saniert.

Wer zurzeit den Rümlisberg betrachtet, sieht einen Bagger fast senkrecht im Gelände hängen. Im oberen, sehr steilen Abschnitt reisst ein Schreitbagger teils mannsgrosse Baumstrünke aus dem Hang. Gekonnt manövriert der Fahrer des Baggers die grossen Wurzelstöcke nach oben. Trotz mehrmaligem Ansetzen fällt nichts herunter, was nicht herunterfallen soll. Dennoch wurden zum Schutz der Liegenschaften unterhalb der Rümlisbergstrasse Stahlpalisaden aufgestellt.

«Wir erhielten den Auftrag von der Gemeinde Vordemwald, weil wir eine der erfahrensten und renommiertesten Firmen im Bereich der Hangsicherung sind», erklärt Roland Felber. Er ist bei der Gasser Felstechnik AG aus Lungern Bauführer für Felssicherungen und leitet das Projekt in Vordemwald. «Für uns ist der Rümlisberg Routinearbeit», fügt er an. Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass eine Spezialfirma aus Lungern in Vordemwald arbeitet?

Hangsanierung Rümlisberg in Vordemwald

Hangsanierung Rümlisberg in Vordemwald

Strasse war nach Hangrutsch drei Monate lang gesperrt

Heftige Regenfälle führten am 23. Januar 2018 zu einem Hangrutsch am Rümlisberg. Mehrere 10 bis 20 Meter breite Waldstücke rutschten damals ab. Insgesamt drei Monate war die Rümlisbergstrasse deshalb gesperrt. Die Sommergmeind vom 20. Juli sprach schliesslich einen Kredit von 270 000 Franken für die Sanierung.

Nachdem der Vordemwaldner Förster Beat Steffen die nötigen Forstarbeiten erledigen konnte, nahm die Firma aus Lungern ihre Arbeit auf. Insgesamt vier Wochen werden die Arbeiter des Obwaldner Unternehmens vor Ort sein. Schrittweise wird der steile Hang von sämtlicher Vegetation befreit und später dann im oberen Teil abgeflacht. «In einem nächsten Schritt bauen wir Geröllbeton in Y-Drainagen zur zukünftigen Entwässerung des Hanges ein», erklärt Roland Felber das weitere Vorgehen.

Danach werden ungefähr 100 Erdanker mit je fünf Metern Länge in den Hang gebohrt. «Hierfür werden wir mit einem speziellen Bohrlastwagen arbeiten», so Felber. Auf diese Erdanker wird ein Geflecht aus Kokosmatten und ein Drahtnetz zu liegen kommen.

Hang soll nach der Sanierung wieder begrünt werden

«Das Ganze wird schlussendlich mit grossen Muttern auf die Erdanker geschraubt», erklärt Felber. Auch die Vegetation soll zurückkommen. «Eine Bepflanzung im Hang ist geplant.» Dazu kann das speziell dafür ausgewählte Drahtnetz nur aufgeschnitten werden. Die ineinander verdrehten Drähte halten auch, wenn es im Netz ein Loch hat, damit dort ein Baum wachsen kann. Projektleiter Felber und Förster Steffen sind sich zudem sicher, dass im unteren Teil des Hanges die Natur von selbst zurückkommen wird, ganz ohne fremde Hilfe.

Zugleich wird unten an der Rümlisbergstrasse in Zusammenarbeit mit dem Elektrizitätswerk Rothrist eine fast 80-jährige Wasserleitung ersetzt. «So muss die Strasse nur einmal gesperrt werden», erklärt der Gemeinderat Markus Schneitter. Die Arbeiten an der Strasse werden ebenfalls direkt von der Firma Gasser Felstechnik AG ausgeführt. Diese wird am Rand ein neues Entwässerungssystem verbauen und schlussendlich auch den Belag erneuern. Dies kann aber erst geschehen, wenn der Bagger im Steilhang fertig ist – und wirklich nichts mehr herunterfallen kann.

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