KVA Oftringen

Nach dem Brand: Schaden geht in die Millionen, Ausfall bis September

Nach dem Brand: So sieht es in der Kehrrichtverbrennungsanlage Oftringen heute aus.

Nach dem Brand: So sieht es in der Kehrrichtverbrennungsanlage Oftringen heute aus.

Nach dem Brand in der Kehrichtverbrennungsanlage Oftringen sind inzwischen die Aufräumarbeiten im Gang. Geschäftsführer Jacques Hartmann lud regiolive.TV ein, sich davon vor Ort ein Bild zu machen. Zudem stand er vor der Kamera Red und Antwort.

In der Kehrichtverbrennungsanlage Oftringen ist eine Woche nach dem Brand das grosse Aufräumen angesagt. Spezialisten prüfen, was saniert oder abgerissen werden muss. Sachschaden und Betriebsausfall-Kosten belaufen sich auf einige Millionen Franken.

Ein Ruck – der Lift steht still. Geschäftsleiter Jacques Hartmann und die zwei Mitarbeiter der Entsorgung Region Zofingen nehmen das gelassen. Denn in den letzten Tagen hatten sie nach dem Grossbrand in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Oftringen ganz andere Probleme zu bewältigen. Hartmann drückt auf den Knopf und plötzlich fährt der Lift in die zweite Etage.

Die restlichen drei Stockwerke zum Ort des Geschehens müssen zu Fuss in Angriff genommen werden. Auf den grün bemalten Treppenstufen zeichnen sich Spuren des Brandes vom vergangenen Mittwochmorgen ab. Russ und Asche werden mehr, je höher man hinaufsteigt.

Die Brandschutztür zum Raum, in dem die Flammen wüteten, ist zwar schwarz, doch sie hat dem Feuer standgehalten. «Der schichthabende Mitarbeiter hat richtig reagiert», so Jacques Hartmann. Er sei sofort hinaufgerannt und habe alle Türen geschlossen. «Sonst hätte der Grossbrand ein viel übleres Ende nehmen können.»

Alles schwarz: Blick ins Innere der KVA Oftringen während der Löscharbeiten nach dem Grossbrand.

Alles schwarz: Blick ins Innere der KVA Oftringen während der Löscharbeiten nach dem Grossbrand.

Schlimm genug ist es aber auch so: Der Sachschaden beläuft sich gemäss Hartmann auf mehrere Millionen Franken. Hinzu kommen die Kosten für den Betriebsausfall, die ebenfalls in die Millionen gehen. Noch unklar ist momentan, was ersetzt werden muss.

Spezialisten nehmen derzeit alles genau unter die Lupe und die Mitarbeiter sind daran, die Trümmerhaufen zu beseitigen. Geprüft wird unter anderem gerade auch, ob das Dach saniert oder abgerissen wird und wie es um die Betonwände steht. Danach nehmen Spezialisten die Reinigungsarbeiten vor.

Brandursache noch nicht geklärt

Ungewiss ist, wann die KVA den Normalbetrieb wieder starten kann. «Der Ausfall dauert bis voraussichtlich Mitte September», sagt Hartmann. Entscheidend sei, wann die neuen Komponenten geliefert werden. In der Zwischenzeit wird der Kehricht aus der Region weiterhin in die benachbarten Verbrennungsanlagen umgeleitet. «Wir sind daran, einen Terminplan auszuarbeiten», so der Geschäftsleiter.

Ein Augenzeuge filmte den Brand von der Autobahn aus.

Ein Augenzeuge filmte den Brand von der Autobahn aus.

Den Hauskehricht sowie Mulden nimmt die KVA grundsätzlich weiterhin entgegen. «Daraus werden Ballen gepresst, die wir hier lagern.» Noch zirka zwei Wochen kann das so weitergehen: Platz hat es in Oftringen für noch etwa 10 000 Ballen, derzeit sind rund 7000 Tonnen gelagert. Ein Ballen wiegt rund 700 Kilogramm.

«Ich war gerade am Rasieren»: Jacques Hartmann, Geschäftsführer der KVA Oftringen, erzählt, wie er vom Brand erfahren hat. Er ist vor allem froh, dass niemand ernsthaft verletzt oder gar getötet wurde.

«Ich war gerade am Rasieren»: Jacques Hartmann, Geschäftsführer der KVA Oftringen, erzählt, wie er vom Brand erfahren hat. Er ist vor allem froh, dass niemand ernsthaft verletzt oder gar getötet wurde.

Ungeklärt ist die Brandursache. «Die Ermittler haben bisher herausgefunden, dass das Feuer in der Rauchwaschanlage ausbrach», so Hartmann. Ein starker Saugzugventilator sog die Gase ab und drückte sie in den Kamin.

Als die Anlage am Mittwoch für eine Umstellung heruntergefahren wurde, brach der Brand im Wäscher aus und breitete sich dann im Gebäude aus. Alles, was aus Kunststoff war, verbrannte. Schutthaufen und geschmolzene Rohre sorgen für einen gespenstischen Anblick hoch über den Dächern Oftringens.

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