Unwetter

Nach Dauerregen: Beaver-Elemente schützen den Aargau vor dem Hochwasser

Es regnete und regnete: So stiegen Aare, Suhre, Reuss und Rhein bedrohlich stark an. Nach dem anhaltenden Regen wurden vielerorts mobile Schutzbarrieren aufgestellt, die das Hochwasser fernhalten sollen.

Der Dauerregen im Aargau liess am Dienstag die Reuss und den Rhein bedrohlich anschwellen. Laut Marcel Bieri, Betriebsleiter des Kraftwerks Bremgarten-Zufikon, führte die Reuss um 12 Uhr 560 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. «Wir erwarten höchstens noch einen ganz leichten Anstieg», sagte Bieri.

Das Kraftwerk steht bei Hochwasser mit der Feuerwehr Bremgarten in Kontakt. Diese baute vorsorglich die mobilen Hochwasserschutzelemente, sogenannte «Beaver», in der Reussgasse ein. Allerdings rechnete Feuerwehrkommandant Thomas Wirth am späten Nachmittag nicht damit, dass sich die Situation noch zuspitzen werde: «Die Reuss ist wieder leicht am Sinken, wenn wir Glück haben, können wir bald wieder aufräumen.»

Auch in Windisch wurde vorsorglich eine 300 Meter lange mobile Hochwassersperre errichtet. Dagegen machte die Aare den Verantwortlichen beim Kanton am Vormittag noch keine Sorgen.

Doch dann meldete das Feuerwehrkommando der Stadt Bern, die Pegelstände von Brienzer- und Thunersee seien stark angestiegen. So sei das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern gezwungen, eine «maximal mögliche Wassermenge» in die Aare abfliessen zu lassen. Sprich: Das Wasser wird auch durch den Aargau fliessen.

Auch Wallbach baut «Beaver» auf

In der Gemeinde Wallbach, die direkt am Rhein liegt, befürchtete man ebenfalls Überschwemmungen. Deshalb wurden vom Kanton mobile Schutzelemente angefordert, wie sie auch in Bremgarten eingesetzt wurden.

Diese wurden ab 19 Uhr aufgebaut, wie Feuerwehrkommandant Andy Bussinger gegenüber Tele M1 sagte. Bis um 22 Uhr wollte die Feuerwehr den 600 Meter langen Hochwasserschutz aufgestellt haben.

So könne verhindert werden, dass sich Wasser auf den Vorplätzen sammle und in die Keller laufe, erklärte Bussinger.

Über die Ufer trat kein grosser Fluss, sondern die Suhre: So musste die Köllikerstrasse zwischen Muhen und Kölliken gesperrt werden.

Darüber mochte sich mancher Autofahrer aufregen – zwei Kinder hatten allerdings Freude am Hochwasser und planschten fröhlich in der grossen Pfütze, die sich auf der Strasse gebildet hatte.

Kampf gegen das Hochwasser: Der Aargau rüstet auf

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