Oftringen

Nach Brand: Oftringer Abfall bringt die Anlage in Buchs ans Limit

Der Brand in der Oftringer Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) sorgt für einen monatelangen Betriebsausfall. In der Zwischenzeit muss der Abfall deshalb anderswo verbrannt werden. Ein Teil davon landet in der KVA Buchs.

Pro Woche werden in der KVA Buchs seither 300 bis 500 Tonnen mehr Kehricht als üblich angeliefert. KVA-Geschäftsleiter Harald Wanger geht davon aus, dass bis Ende Oktober zusätzliche Abfallmengen nach Buchs gelangen. Ab nächster Woche erwartet er jedoch deutlich weniger angelieferte Tonnen. Der Grund: Der grösste Teil des Oftringer Kehrichts wird in der Anlage im luzernischen Perlen verbrannt, die nächste Woche nach einer Revisionspause den Betrieb wieder voll aufnimmt.

Ein lukratives Geschäft

Bei der KVA Buchs freut man sich über die zusätzlichen Anlieferungen – und die damit verbundenen höheren Einnahmen. «Das ist lukrativ für uns», sagt Wanger. «Doch nun sind wir am Limit, längerfristig wären diese Mengen zu viel.» Bereits im vergangenen Jahr war die Anlage voll ausgelastet. Wanger spricht von einem «Spitzenjahr». 122'000 Tonnen Kehricht wurden 2014 in Buchs verbrannt, ausgelegt wäre die KVA eigentlich für maximal 120'000 Tonnen. Bei Bedarf lässt sich die Leistung der Öfen über die Limite hinaus hochfahren. Allerdings hat dies seinen Preis: Durch die Zusatzbelastung wird der Unterhalt der Anlagen aufwendiger und somit teurer. Auch deshalb sagt Harald Wanger: «Eine weitere Aufstockung der Abfallmenge ist für uns nicht erstrebenswert.»

Die Prognose für das laufende Jahr fällt positiv aus. Für die ersten Monate meldet die KVA Buchs eine volle Auslastung. Deshalb besteht zurzeit auch keinen Anlass, die Tarife zu erhöhen. Die 135 Franken pro Tonne für Gemeinden liege 7 Franken unter dem landesweiten Schnitt, sagt Wanger. Und daran soll sich vorläufig nichts ändern: «Auf keinen Fall ist eine Preiserhöhung geplant.» (mbü)

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