Vorstoss
Nach Beiss-Attacke: Gehört der Bullmastif auf die Liste der gefährlichen Hunde?

Nach der Beiss-Attacke eines Bullmastiff diesen März in Unterentfelden will Lilian Studer (EVP) die Rasse auf die Liste der gefährlichen Hunde setzen – ohne Erfolg.

Manuel Bühlmann
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Ein solcher Bullmastiff biss im März mehrere Personen in Unterentfelden. Die Politik wollte ihn auf eine Gefährdungsliste setzen. Das lehnte der Grosse Rat ab.

Ein solcher Bullmastiff biss im März mehrere Personen in Unterentfelden. Die Politik wollte ihn auf eine Gefährdungsliste setzen. Das lehnte der Grosse Rat ab.

Thinkstock

Fünf Kinder und Erwachsene hat ein streunender Hund auf dem Schulhausplatz in Unterentfelden attackiert und ihnen Beissverletzungen an Armen und Beinen zugefügt. Das war im März. Am Dienstag nun hatte sich der Grosse Rat mit den Auswirkungen des Vorfalls zu beschäftigen. Der Grund: ein Postulat von Lilian Studer.

Die EVP-Grossrätin fordert darin, die Liste der Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial um den Bullmastiff zu erweitern – die Rasse jenes Hundes also, der für die Beiss-Attacke im März verantwortlich war. Lilian Studer sagte während der Ratsdebatte: «Der Bullmastiff ist alleweil ein Hund mit einem erhöhten Gefährdungspotenzial.» Die Liste habe auch einen präventiven Charakter, da sich die Besitzer dadurch vorgängig gut überlegen müssten, welchen Hund sie sich anschaffen möchten. «Erweiterte Anforderungen dürfen deshalb gestellt werden. Dazu ist diese Liste ja da», sagte Studer.

Doch mit ihrem Anliegen fand die EVP-Grossrätin bei der Regierung kein Gehör, sie lehnte Studers Postulat ab. In der regierungsrätlichen Begründung heisst es, von den aktuell 37'408 im Kanton Aargau registrierten Hunden gehörten nur gerade 27 dieser Rasse an. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit weiterer Vorfälle gering.

Regierungsrätin Susanne Hochuli erinnerte daran, dass Bullmastiffs nur in zwei Kantonen auf der Liste stünden. Am schrecklichen Vorfall in Unterentfelden hätte es auch nichts geändert, wenn diese Rasse auf der Liste gewesen wäre, weil die Besitzerin dennoch einen solchen Hund hätte halten dürfen. Hochuli: «Es wird weitere Unfälle geben. Die meisten haben damit zu tun, dass die Leute nicht wissen, wie mit den Hunden umzugehen ist.»

Zustimmung erhielt Studer auch aus dem Rat nicht. Marlis Spörri (SVP) etwa sagte, die aktuelle Regelung reiche aus. «Die Erweiterung der heutigen Liste um andere Hunderassen bringt nicht mehr Sicherheit.» Das beurteilte die Mehrheit der Ratsmitglieder ähnlich, entsprechend deutlich fiel das Ergebnis in der Abstimmung aus: 101 Ratsmitglieder (gegenüber nur 10 Ja-Stimmen) lehnten eine Überweisung des Vorstosses und somit die Erweiterung der Liste gefährlicher Hunde ab.