BDP-Vorstoss
Nach Ausbruch: Wie sicher sind die Aargauer Gefängnisse? Regierung muss Rechenschaft ablegen

Nach dem Ausbruch von Angela Magdici und Hassan Kiko aus dem Gefängnis Limmattal will die BDP nun vom Regierungsrat wissen, ob ein solcher Fall auch im Aargau möglich wäre.

Fabian Hägler
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Stacheldraht und Alarmanlage beim Gefängnis in Lenzburg

Stacheldraht und Alarmanlage beim Gefängnis in Lenzburg

Keystone

Vor drei Wochen hat Wärterin Angela Magdici dem syrischen Sexualstraftäter Hassan Kiko zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal in Dietikon verholfen. Seither sind die beiden auf der Flucht, wo sich das Paar aufhält, ist unbekannt. Der letzte Ausbruch im Aargau ist gut fünf Jahre her. Damals, im Januar 2011, seilten sich drei Gefangene aus ihrer Zelle im Untersuchungsgefängnis Baden rund 18 Meter ab.

Nun will die BDP Klarheit, wie ausbruchsicher die Aargauer Gefängnisse sind. Am Dienstag reicht die Fraktion im Grossen Rat eine Interpellation zu diesem Thema ein. Für die BDP ist klar: Gefängnisse sollten «baulich und betrieblich so organisiert sein, dass Ausbrüche nicht möglich sind». Dass eine Wärterin mit einem Gefangenen fliehen könne, wirke sehr unprofessionell.

Gefangene wurden verlegt

Die erste Frage der BPD, ein Ausbruch wie im Limmattal auch im Aargau möglich wäre, hat Markus Häfliger vom Amt für Justizvollzug auf Anfrage der az vor zwei Wochen schon beantwortet.

«Letztlich lassen sich solche Vorfälle nie vollkommen ausschliessen», sagte Häfliger. Die BDP will weiter wissen, wie das Wachpersonal ausgewählt und geschult wird, und ob regelmässig geprüft wird, ob keine zu intensiven Kontakte zu Gefangenen bestehen. Marcel Ruf, Direktor der Justizvollzugsanstalt Lenzburg, sagte gegenüber der az zu diesem heiklen Bereich, es habe schon Fälle gegeben, «in denen Gefangene wegen zu geringer Distanz zu Wärtern verlegt worden sind.»

Neben diesen menschlichen Faktoren verlangt die BDP auch Auskunft zur technischen Ausrüstung und zum baulichen Zustand der Gefängnisse. Konkret will sie wissen, ob diese mit Sensoren und Videosystemen ausgestattet sind, damit Ausbrüche rascher festgestellt werden können. Nach dem Ausbruch aus dem Untersuchungsgefängnis Baden vor fünf Jahren wurden bauliche Massnahmen abgeklärt: «Wir wollen eine zweite Verbindungstüre aus massiven Eisen in den Zwischengang einbauen. Zudem prüfen wir, ob eine elektronische Überwachung an der Fassade sinnvoll ist», sagte Roland Hengartner, damals Leiter des Straf- und Massnahmenvollzugs im Aargau.

Für die BDP dürfen solche Massnahmen nicht erst nach Ausbrüchen ergriffen werden. Sie will wissen, wann die Aargauer Gefängnisse zuletzt kontrolliert wurden und wie oft sie aufgrund neuer Erkenntnisse überprüft werden.

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