Unfall auf A1

Nach A1-Unfall: Die Brücke ist «akut einsturzgefährdet»

A1-Unfall: Kann die Brücke stehen bleiben? Statiker werden den Schaden beurteilen.

A1-Unfall: Kann die Brücke stehen bleiben? Statiker werden den Schaden beurteilen.

Der beurteilende Bauingenieur sagt, die am Montagmorgen beschädigte Autobahnbrücke sei akut einsturzgefährdet. Bereits wird an einer Notkonstruktion gearbeitet.

Bauingenieur Harry Fehlmann von der Bänziger Partner AG ist die von einem Bagger beschädigte Brücke «akut einsturzgefährdet», wie er gegenüber dem Tagesanzeiger.ch/Newsnet ausführt. Fehlmann leitet die Untersuchung der Brücke.

Die Brücke ist 45 Jahre alt und sollte nächstes Jahr neu gebaut werden. Aktuell werde an einer Notkonstruktion gearbeitet. Am Nachmittag soll die Spur Richtung Zürich wieder geöffnet werden.

Baggerführer wird einvernommen

Der Bagger, welcher die Brücke beschädigte, gehört dem Bauunternehmen Implenia. Laut Philipp Bircher, Leiter Kommunikation bei Implenia, ist auch der Baggerführer bei der Firma angestellt. «Er wird derzeit von der Kantonspolizei einvernommen, Fragen zum Unfallhergang kann ich deshalb nicht beantworten», sagt der Firmensprecher. Bircher hält jedoch fest: «Implenia bedauert den Stau und die Wartezeiten, die jetzt für die Autofahrer entstehen.»

Die Kantonspolizei hatte die Brücke gegen 10.30 Uhr zwischen Baden-West und Mägenwil in beide Richtungen gesperrt. «Mir ist nicht bekannt, dass es eine Komplettsperrung von beiden Fahrbahnen der Autobahn schon einmal gab», sagte Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei. Grund für die Totalsperrung ist, dass die Brücke zwischen Birmenstorf und Rütihof (Mellingerstrasse), die über die Autobahn führt, bei einem Unfall von einem Bagger beschädigt wurde. Dieser stand auf einem Anhänger.

Vom Bundesamt für Strassen (Astra) sind Statiker an der Unfallstelle. Andreas Rüegger, Astra-Mediensprecher: «Unsere Statiker sind auf dem Weg zur Unfallstelle. Wegen des Verkehrsaufkommens kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Derzeit sind noch keine Angaben möglich, wie stark die Brücke beschädigt ist.

Es ist möglich, dass die Brücke als sicher erklärt werden kann oder dass sie mit provisorischen Stützen gesichert werden muss. Im schlimmsten Fall muss sie aber auch abgerissen werden», sagte er.

Bis sichergestellt sei, dass die Überführung nicht einstürze, bleibe die Autobahn gesperrt, sagte Andreas Rüegger gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Voraussichtlich müsse bei der Überführung eine zusätzliche Mittelabstützung errichtet werden. Es brauche wohl eine Konstruktion mit Stahlträgern. «Das Ziel ist natürlich, dass wir bis heute Abend fertig sind», sagte Rüegger. Doch das notwendige Baumaterial liege nicht unmittelbar bereit.

Umleitungen werden signalisiert

Laut Roland Pfister ist der Strassenunterhaltsdienst derzeit in Zusammenarbeit mit Kantons- und Regionalpolizei daran, die Umleitungen zu signalisieren. Klar ist, dass die Autobahn grossräumig gesperrt ist. Die Auffahrten Mägenwil und Dättwil sind geschlossen.

Es wird empfohlen, die Region Birmenstorf via Luzern oder via Belchen-Tunnel und das Fricktal zu umfahren. Laut Andreas Rüegger gibt es bereits Behinderungen im lokalen Strassennetz. «Vor allem Mellingen ist derzeit betroffen.»

Auf den Autobahnen A2 und A3 gibt es ebenfalls ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch die Verkehrsteilnehmer, die die Unfallstelle grossräumig umfahren.

«Diese Autobahnen haben aber ebenfalls einen hohen Ausbaustandard und können viel abfedern», so Rüegger. Tatsächlich sind gemäss Marcel Moretto von viasuisse derzeit die Ausweich-Autobahnen noch nicht von Staus oder Behinderungen betroffen. (mf/fh)

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