Wahlen im Herbst

Nach 12 Jahren im Amt: Regierungsrat Urs Hofmann verzichtet auf erneute Kandidatur

Der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann (SP) hat in einem internen Schreiben an die Angestellten seines Departements bestätigt, dass er auf eine erneute Kandidatur als Regierungsrat verzichtet.

Hofmann hat das Amt als Regierungsrat und Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres (DVI) im April 2009 angetreten. Ende 2020 läuft seine dritte Amtsperiode ab. «Im November 2020 werde ich 64 Jahre alt», schreibt Hofmann in seinem Schreiben an die Kolleginnen und Kollegen des DVI am Mittwochvormittag.

Er habe darum entschieden, nach 12 Jahren im Amt auf eine Kandidatur für eine weitere Amtsperiode von vier Jahren zu verzichten. Der Entscheid sei ihm dabei nicht leicht gefallen, wie der SP-Regierungsrat weiter schreibt. «Die spannende Tätigkeit in der Leitung des Departements mit seinen rund 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern macht mir nach wie vor viel Freude, vor allem auch danke ich dem grossen Engagement, das ich von Tag zu Tag erfahren durfte und erfahren darf.»

Die anderen treten wieder an

Die anderen vier Regierungsmitglieder stellen sich zur Wiederwahl: Landammann Markus Dieth, Vorsteher des Departements Finanzen und Ressourcen; Landstatthalter Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt; Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport; Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, Vorsteher des Departements Gesundheit und Soziales.

Die Gesamterneuerungswahlen des Grossen Rats und des Regierungsrats für die Amtsperiode 2021/2024 finden am 18. Oktober 2020 statt.

Urs Hofmann ist am Mittwoch Gast in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele M1 und spricht ausführlich über die wichtigsten Momente seiner Amtszeit und die Gründe dafür, weshalb er sich aus dem Regierungsrat zurückzieht:

Regierungsrat Urs Hofmann (SP) tritt zurück: «Es ist der richtige Moment»

Urs Hofmann: «Es ist der richtige Moment»

  

Sehen Sie die ganze Sendung um 18.30 Uhr.

Dreimal Landammann

Hofmann leitet seit dem 1. April 2009 das Departement Volkswirtschaft und Inneres. 2011/2012 war er Landammann des Kantons Aargau. Letztes Jahr wirkte er zum dritten Mal in dieser Funktion.

Hofmann ist derzeit zweifellos das bekannteste und populärste Mitglied der Kantonsregierung. Seine pragmatische Art und Weise hat ihm über die Parteigrenzen hinaus Beachtung und Ansehen verschafft. Er war nie ein Parteisoldat, sondern stets ein Mann für alle Aargauer und Aargauerinnen.

Als Vorstandsmitglied der SP Aarau begann er seine politische Karriere. Von 1986 bis 1996 war er Stadtrat von Aarau, ab 1990 für ein Jahr in der Funktion des Vizeammanns. 1997 wurde er in den Aargauer Grossen Rat gewählt und 1999 zu dessen Präsidenten.

Bei den Nationalratswahlen 1999 wurde er in die grosse Kammer gewählt. Dort war er Mitglied der nationalrätlichen Finanzkommission und der Finanzdelegation der eidgenössischen Räte. Während zwei Jahren präsidierte er die Finanzdelegation.

Kein Sitz frei im Bundesrat

In seiner Zeit als Nationalrat wurde für ihn kein SP-Sitz im Bundesrat frei, obwohl er das Format dazu gehabt hätte. Ruth Dreifuss wurde durch Micheline Calmy-Rey ersetzt, und Moritz Leuenberger trat 2010 zurück, als Hofmann seine Arbeit in der Aargauer Regierung bereits aufgenommen hatte. Zudem war der Aargau ab 2006 mit Doris Leuthard (CVP) vertreten.

Von 1995 bis 2009 war Urs Hofmann Präsident des Aargauischen Gewerkschaftsbundes. Seit April letzten Jahres präsidiert er die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD).

(luk/sda)

Die offiziellen Fotos des Aargauer Regierungsrats seit 2005:

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