Im kommenden Juli verschärft sich der Kampf um Hypothekarkunden weiter. Ab diesem Zeitpunkt müssen Banken Kredite zur Finanzierung von Immobilien mit zusätzlichen Eigenmitteln unterlegen.

Der Bundesrat erhöhte diesen antizyklischen Kapitalpuffer um ein auf zwei Prozent, um den Anstieg der Immobilienpreise und des Hypothekarvolumens der Geldhäuser abzudämpfen.

Daher steigen die Refinanzierungskosten der Finanzbranche laut dem Chef der Neuen Aargauer Bank (NAB), Peter Bühlmann, um 15 bis 18 Basispunkte. Das sind 0,15 bis 0,18 Prozent.

Wenn sie ihre Margen halten wollen, müssten die Banken ihre Hypotheken im Schnitt um 0,2 Prozent erhöhen.

Das kostet einen Kunden jährlich 200 Franken mehr pro aufgenommene 100'000 Franken.

Um ihre Margen halten zu können, wird die NAB die Zinsen für neue oder abzulösende Hypotheken im Sommer wohl anheben.

Um wie viel, legt die NAB aktuell nicht offen. «Die AKB hat entschieden, vorläufig auf eine Erhöhung der Hypothekarzinsen zu verzichten», bestätigte gestern Sprecherin Ursula Diebold auf Anfrage der «Nordwestschweiz».

Wachsen zulasten der Marge

Das heisst, das angepeilte Wachstum erkauft sich die Kantonalbank auch zulasten ihrer Zinsmarge.

Gemäss ihren Berechnungen betrage eine allfällige Anpassung der Hypothekarzinsen wegen des Kapitalpuffers vier bis sechs Basispunkte.

Denn die AKB richte sich gemäss Ursula Diebold nach den Veränderungen an der Zinsfront aus - und nicht an der Höhe des Kapitalpuffers.

Bedeckt hält sich auch die Hypothekarbank Lenzburg. Gemäss deren Chefin Marianne Wildi ist die «Hypi» gut kapitalisiert und daher konkurrenzfähig: «In Zukunft legen wir noch mehr Wert auf ein risikogerechtes Pricing.»

Dabei seien «die Schuldnerbonität und die Objektqualität» massgebender als der Zuschlag wegen des antizyklischen Kapitalpuffers. Die Lenzburger dürften ihre Zinsen also höchstens moderat erhöhen.

Klar ist auch: Aktuell lohnt es sich für die Finanzierung eines Eigenheims noch mehr, bei verschiedenen Banken anzuklopfen. Stimmt der Preis der Immobilie und ist das nötige Eigenkapital vorhanden, gibt es beim Zins Verhandlungsspielraum.

Weder die AKB noch die NAB halten den Aargauer Immobilienmarkt insgesamt für überhitzt.

Überproportional steigende Preise stellt Bühlmann nur in den Regionen fest, die nahe bei den Agglomerationen Basel, Zug und Zürich liegen.

Also im unteren Fricktal, dem oberen Freiamt sowie am Mutschellen. «Überdurchschnittlich steigende Preise gibt es auch in der Region Baden und Wettingen», sagt Bühlmann.