Leserdiskussion

«Mutloser Kompromiss»: kein Feuerwerks-Verbot im Aargau – Kritik am Kanton

Sie dürfen ihre Raketen am 1. August trotz Trockenheit steigen lassen. (Symbolbild)

Sie dürfen ihre Raketen am 1. August trotz Trockenheit steigen lassen. (Symbolbild)

Das Feuerverbot im Aargau hat bei AZ-Leserinnen und -Lesern Diskussionen ausgelöst. Viele wünschen sich, dass der Kanton auch 1.-August-Feuerwerk verbietet. Das wird höchstwahrscheinlich nicht geschehen.

Seit Donnerstagmittag gilt in Aargauer Wäldern und 200 Meter darum herum ein Feuerverbot. Die Meldung der AZ wurde rege geteilt und kommentiert. Viele Leserinnen und Leser sind der Meinung, dass der Kanton noch weiter gehen und auch das Abbrennen von 1.-August-Feuerwerk untersagen sollte.

Adrian Buchser fordert auf Facebook ein komplettes Feuer- und Feuerwerksverbot. "Alles andere ist fahrlässig." Auch die Kameraden der Feuerwehr wollten den 1. August feiern und nicht ausrücken müssen. Userin Conny versteht die Entscheidung des Kantons nicht; es sei ja nicht bloss im Wald und 200 Meter darum herum trocken. Leserin Agnes fragt sich, "warum die Aargauer Regierung so zögert, 1.August-Feuer und Feuerwerk zu verbieten? Es ist alles so trocken und dürr!" Für Leser A. Graf ist der Entscheid des Kantons "ein etwas mutloser Kompromiss".

Dass es sich der Kanton anders überlegt und doch noch ein generelles Feuerwerksverbot erlässt, ist derzeit nicht absehbar. Michel Hassler vom kantonalen Führungsstab sagt, es bleibe weiterhin trocken. Von einer Verschärfung, die eine Erhöhung der Gefahrenstufe nötig machen würde, gehe man aber nicht aus. "Eine Entscheidungssitzung der zuständigen Behörden ist nicht geplant", sagt Hassler. Man beurteile die Situation aber laufend und käme wenn nötig schnell zusammen, um einen Entscheid zu fällen.

Die Migros Aare (Bern, Aargau, Solothurn) beurteilt die Lage anders: Die Genossenschaft hat am Freitag den Feuerwerks-Verkauf per sofort eingestellt. Die Wetterprognose deute auf eine Verschärfung der Trockenheit bis nächste Woche hin, heisst es als Begründung in der Mitteilung.

Einige Gemeinden sind strenger als der Kanton. Feuerwerksverbote gelten etwa in Dottikon, Münchwilen, Gontenschwil, Bergdietikon, Neuenhof, Obersiggenthal, Freienwil, Fislisbach, Wettingen, Turgi, Killwangen, Spreitenbach, Untersiggenthal, Künten, Ennetbaden, Magden, Baden, Ober- und Unterentfelden, Kaiseraugst, Bellikon, Remetschwil, Siglistorf, Ober- und Niederrohrdorf, Stetten sowie in 16 Gemeinden des Suhren- und Uerkentals. 

Über Hitze und Trockenheit informieren wir Sie aktuell in unserem Liveticker.

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(mwa)

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