Medizingeschichte
Museum Aargau will Besucher anstecken – der «Schwarze Tod» geht um

Das Museum Aargau vereint Schloss Lenzburg, Hallwyl, Wildegg, Habsburg, das Kloster Königsfelden und den Legionärspfad Vindonissa. 2000 Jahre Heilkunst sind Saisonthema. Besonders stolz ist man auf ein neues römisches Feldlazarett in Vindonissa.

Mathias Küng
Merken
Drucken
Teilen
Überischt der Standorte Museum Aargau
14 Bilder
Museum Aargau will Besucher anstecken - Der «Schwarze Tod» geht um
Szenische Intervention Schloss Wildegg
Medicus Lazarett Legionärspfad Königsfelden
Szenische Intervention Schloss Wildegg
Siechenschwester Kloster Königsfelden
Szenische Intervention Schloss Wildegg
Pralles Leben, Schwarzer Tod
Zigarrendrehen im Schloss Hallwyl
Szenische Intervention Schloss Wildegg
Szenische Intervention Schloss Wildegg
Medicus Lazarett Legionärspfad Königsfelden
Siechenschwester Kloster Königsfelden
Medicus Lazarett Legionärspfad Königsfelden

Überischt der Standorte Museum Aargau

Museum Aargau

Museum Aargau nimmt die Besucherinnen und Besucher in der heute beginnenden neuen Saison auf eine Zeitreise durch 2000 Jahre Medizingeschichte. Ein Standort ist die Habsburg: 1347 erreichte der «Schwarze Tod», die Pest, von Süden her die Schweiz.

Ab dann wurden unser Land und Europa bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts von mehreren Pestwellen gebeutelt, denen Millionen von Menschen zum Opfer fielen. Die Seuche traf Menschen und Ärzte unvorbereitet, man kannte kein Gegenmittel. Ärzte versuchten sich, mit Masken (Bild) mit stark duftenden Kräutern zu schützen.

Pestsarg steht in der Habsburg

Für die Beerdigung in Massengräbern kamen wiederverwendbare Särge mit einem Klappmechanismus zum Einsatz. In einer kleinen Ausstellung auf der Habsburg ist der originale Pestsarg aus Mandach ausgestellt.

Auch Albrecht IV. von Habsburg starb 1239 während eines Kreuzzugs möglicherweise an der Pest. In der Habsburg werden eine szenische Führung «Graf Albrecht und die Pest» sowie öffentliche Führungen zu «Pralles Leben, Schwarzer Tod» angeboten.

Themenschwerpunkte und Vernissagen in den Museen

Schloss Lenzburg: Verlorenes Wissen. Arabische Schriften, ein Themenweg und eine interaktive Werkstatt im Geschichtsatelier/ab 1. April, 10 Uhr.

Schloss Hallwyl: Stilles Örtchen. Heisses Bad, Ausstellung, Rundgang/Vernissage 17. April, 19 Uhr.

Schloss Wildegg: Flatternde Nerven. Heilende Wasser, Ausstellungen in Schloss und Garten, Barfussweg/Vernissage 27. April, 11 Uhr.

Schloss Habsburg: Pralles Leben. Schwarzer Tod, Ausstellung/Vernissage und Eröffnungsveranstaltung 25. Mai, 11-16 Uhr.

Kloster Königsfelden: Gemeine Siechen. Betende Nonnen, Klosterapotheke und Audiorundgang ab 20. Mai, Eröffnungsveranstaltung «Römerblut und Klosterkraut» 6. April, 10-17 Uhr.

Legionärspfad Vindonissa: Splitternde Knochen. Kundiger Medicus, Lazarett, Audiorundgang/Eröffnungsveranstaltung «Römerblut und Klosterkraut» 6. April, 10-17 Uhr.

Das erste Spital der Schweiz

Museumsdirektor Jörn Wagenbach und seine Crew stellten den Medien gestern diesen und weitere Standorte vor. Besonders stolz ist man augenscheinlich auf ein neues, in Vindonissa original rekonstruiertes römisches Feldlazarett mit einem Operations- und einem Krankenzelt.

In Vindonissa stand nämlich vor 2000 Jahren das erste Spital auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Hier kann man sich von einem Medicus in die Heilkunst einführen lassen. Gleich daneben – nach einem 1000-Jahre-Zeitsprung – klärt Schwester Walburga, die Assistentin der Siechenmeisterin des Klosters Königsfelden, Interessierte über das damalige Heilwissen auf.

Auf Schloss Lenzburg erweist man arabisch-persischen Gelehrten die Ehre, die einst das in Europa verloren zu gehen drohende Wissen der griechischen und römischen Zeit mit Übersetzungen gerettet und weiterentwickelt haben, sodass es später den Weg zurück nach Europa fand.

Das «stille Örtchen» und heisses Baden werden im Schloss Hallwyl thematisiert. Und schon fast in der heutigen Zeit sind wir auf Schloss Wildegg. Dort geht es um Krankheiten und Lösungsansätze um 1900. Wer mag, kann dort einen Barfussweg und Wasseranwendungen nach Pfarrer Kneipp im Schlossgarten ausprobieren.