Sei es bei der Personenfreizügigkeit, bei der Masseneinwanderungsinitiative oder bei der EWR-Abstimmung 1992: Jedes Mal war die Gemeinde Ennetbaden im Bezirk Baden am fortschrittlichsten und sagte am deutlichsten im Aargau Ja. Nun wiederholt sich dies bei der Mundart-Initiative: Auch hier zeigt sich die Gemeinde mit knapp über 3000 Einwohnern tolerant: Sie sagte mit 66,9 Prozent Nein zur Mundart-Initiative und will nicht nur Schweizerdeutsch im Kindergarten, sondern auch Hochdeutsch.

Gründe für diese liberale Haltung seien laut Gemeindeammann Pius Graf darin zu suchen, dass die Gemeinde mit internationalen Firmen wie Alstom und ABB einen internationalen Horizont hat, wie er Anfang Jahr zur "Aargauer Zeitung" sagte. Zudem lebten dort viele Akademiker und die Stadt Baden brächte urbanen Geist.

Am zweitstärksten lehnte gleich die Nachbarstadt Baden die Initiative ab mit 57,7 Prozent. Danach folgen Freienwil mit 57,4 (ebenfalls Bezirk Baden) und die Stadt Aarau mit 56,3 Prozent.

Die stärkste Zustimmung gabs in Kirchleerau im Bezirk Zofingen mit 73,3 Prozent, dicht gefolgt von Mönthal im Bezirk Brugg mit 72,5 Prozent und Schlossrued (Bezirk Kulm) mit 71,6 Prozent. (fmu)