Littering
Müll auf Aargauer Wiesen: «Es ist eine Qual für die Tiere»

Littering auf Wiesen ist ein grosses Ärgernis für die Bauern und eine tödliche Gefahr für ihre Tiere. Der Aargauer Bauernverband geht aktiv dagegen vor.

Christoph Zehnder
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Für Kühe kann der Abfall tödliche Folgen haben. (Symbolbild)

Für Kühe kann der Abfall tödliche Folgen haben. (Symbolbild)

Der Fall einer toten Mutterkuh auf einem Bauernbetreib in Wallisellen sorgte auf Facebook jüngst für Empörung. Das Tier hatte einen Fremdkörper verschluckt und musste qualvoll sterben. Seine Besitzer machten ihrem Ärger mit einem Facebook-Post Luft, der tausendfach geteilt, mittlerweile aber wieder gelöscht wurde.

Littering, also das achtlose Wegwerfen von Abfall, ist auch auf Aargauer Wiesen ein Problem. Am Freitag sammelten deshalb Bauern und freiwillige Helfer am Clean-Up-Day der Landwirtschaft Alu-Dosen, Zigarettenstummel und Essensverpackungen von den Feldern und Wiesen im Raum Lenzburg.

Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau (BVA), war überrascht von der gesammelten Menge Abfall, wie er gegenüber Radio Argovia verriet. «Wenn man weiss, wie häufig dort geräumt wird, ist es erstaunlich was nur schon innerhalb einer Woche zusammenkommt», so Bucher im Radio-Interview.

Insbesondere Alu-Dosen und Glasscherben sind für Tiere eine tödliche Gefahr. «Mit einem Fremdkörper im Magen fressen die Tiere nicht mehr», erklärt Bucher. Eine Behandlungsmethode ist es, Metallteile im Magen mit einem Magneten zu fixieren. «Ich glaube, das ist nicht sehr angenehm», so Bucher weiter. «Es ist eine Qual für die Tiere. Sie sterben nicht einfach auf der Stelle.»

Landwirte und Helfer am Landwirtschafts-Clean-up-Day

Landwirte und Helfer am Landwirtschafts-Clean-up-Day

Facebook/BVA

Kampagne und Bussen

Auch Fiona, die Kuh des Lengnauer Landwirts Patrick Müller, hatte ein Alu-Teil verschluckt. «Die Kuh war sechs Monate trächtig und wurde im Tierspital Zürich operiert», erzählt er dem Radio-Sender. Sowohl Fiona wie auch das ungeborene Kalb überlebten. Der Eingriff kostete den Bauer rund 2500 Franken.

Der Schweizer Bauernverband bekämpft Littering mit einer Plakatkampagne. Diese zeige Wirkung, findet Müller. Er stelle in letzter Zeit weniger Abfall auf seinen Wiesen fest.

Insgesamt sei es aber immer noch zuviel, meint Ralf Bucher vom Aargauer Bauernverband. Bussen sollen den Uneinsichtigen auf die Sprünge helfen, hofft Bucher und fügt hinzu: «Es wahrscheinlich schlauer, wenn man diejenigen aus dem Auto nehmen und zum Abfallsammeln schicken würde.»

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