Trudi Huonder-Aschwanden ist CVP-Grossrätin und im Initiativkomitee zum Schutz vor privatem Feuerwerk.

Trudi Huonder-Aschwanden ist CVP-Grossrätin und im Initiativkomitee zum Schutz vor privatem Feuerwerk.

Dürfen die Aargauer nächstes Silvester keine Raketen mehr zünden?

Die Frage stellt sich ab März, dann wird über die Feuerwerks-Initiative abgestimmt. Wie es ausgeht, werden wir sehen. Bei einem Ja würde es in Zukunft sicher ruhiger an Silvester. Tiere und empfindliche Menschen würden weniger leiden. Die Tradition der offiziellen Feuerwerke soll weiterhin möglich bleiben. Verboten wäre dann die umweltbelastende, unkontrollierte und gefährliche private Knallerei. Silvester feiere ich in den Bergen, dort ist es ruhig. Am 1. August hingegen sind die privaten Feuerwerke sehr störend. Weil es überall rundherum knallt, muss man ab dem späteren Nachmittag rein in die Wohnung, auch wenn es perfektes Wetter wäre, um draussen zu sitzen. Ich finde, es wird jedes Jahr schlimmer.

Andreas Glarner ist Gemeindeammann von Oberwil-Lieli und SVP-Grossrat.

Andreas Glarner ist Gemeindeammann von Oberwil-Lieli und SVP-Grossrat.

Wann nimmt Oberwil-Lieli den ersten Asylbewerber auf?

Oberwil-Lieli hat bereits mehrfach Asylbewerber aufgenommen – zum Beispiel als der Bosnienkrieg losging und Frauen und Kinder flüchten mussten. Zurzeit sind die absolute Mehrheit der Asylbewerber reine Wirtschaftsflüchtlinge, die die Schweiz mit falschen Geschichten zum Narren halten. Wenn wir trotz Dubliner Abkommen einfach die Grenzen offenlassen, spricht sich das herum und es kommen immer mehr. Der Bund ist nicht willens, das Problem ernsthaft zu lösen, sondern verwaltet es. Er stoppt nicht einmal die Entwicklungshilfe für Länder, die ihre eigenen Landsleute nicht zurücknehmen. Solange die Gemeinden einfach Asylbewerber aufnehmen, hat Frau Hochuli kein Problem und meldet ihrer Gesinnungsschwester in Bern, dass kein Problem bestehe. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Gemeinden zur Wehr setzen.

Kurt Schmid ist Präsident des Gewerbeverbands. Er lancierte die Idee einer Expo im Aargau.

Kurt Schmid ist Präsident des Gewerbeverbands. Er lancierte die Idee einer Expo im Aargau.

Muss der Aargau im nächsten Jahr seine Expo-Träume begraben?

Es sieht ganz danach aus. Die Aargauer Regierung will nichts von der Landesausstellung im Aargau wissen. Sie favorisiert das Hightech-Zentrum und den Industriepark Park Innovaare und will sich damit in der Schweiz positionieren. Wir hätten gerne die Innovation der Wirtschaft mit einer Landesausstellung verbunden. Vom Bauernverband bis zur Jugendorganisation, viele Aargauerinnen und Aargauer wünschen sich die nächste Expo im Aargau. Viele haben den Mut, unseren Kanton in den Fokus der Schweiz zu setzen. Oft ist zu hören: «Wir Aargauerinnen und Aargauer sind auch wer!» Ohne Regierung lässt sich allerdings keine Landesausstellung lancieren. Von der letzten Expo ist wenig geblieben, sichtbar gar nichts. Die nächste Ausgabe darf kein erneutes Konsum- und Wegwerfgut werden. Die Aargauer Wirtschaftsverbände werden sich deshalb dafür einsetzen, dass die nächste Landesausstellung nachhaltiger wird.

Luigi Ponte ist Zentralpräsident des Schweizerischen Schiedsrichterverbands (SSV).

Luigi Ponte ist Zentralpräsident des Schweizerischen Schiedsrichterverbands (SSV).

Droht dem FC Wohlen der Aufstieg und dem FC Aarau der Abstieg?

Ich bin überzeugt, dass der FC Aarau nicht absteigt. Im Gegensatz zu Sion und Luzern ist der Klub sehr gut geführt, der Verein bleibt ruhig. Was fehlt in Aarau, ist ein neues Stadion, auf diesem Acker wird es schwierig, Topspieler zu holen. Mein Wunsch wäre ein Sieg in Sion im Cup-Viertelfinal, dann ist alles möglich. Der FC Wohlen ist für mich keine Überraschung, sondern das Resultat der Arbeit von Ciriaco Sforza und seinem Staff. Wohlen hat das Potenzial zum Aufstieg, die Mannschaft hat sich mit Alain Schultz nochmals verstärkt, sie ist vorne und hinten sehr gut organisiert. Sollte Wohlen aufsteigen, was sehr gut möglich ist, sind sicherlich einige Sponsoren bereit, den FCW zu unterstützen. Das grosse ungelöste Problem wird sein, wo sie spielen sollen? Wir wären im Aargau, ohne Stadion, mit zwei von zehn Super League Teams trotzdem die Grössten.

Silvio Bircher war National- und Regierungsrat, Publizist. Er lebt in Aarau.

Silvio Bircher war National- und Regierungsrat, Publizist. Er lebt in Aarau.

Kann Baden die politische Blockade 2015 überwinden?

Ohne Zweifel, Baden steckt im Sumpf, ist blockiert. Seine politische Führung irrt wie ein Geisterschiff umher. Einfach auf den nächsten Wahltermin zu warten, ist verantwortungs- und fantasielos. Wo Probleme sind und sich Schaden anhäuft, muss gehandelt werden. Dieser Pflicht kann sich eine politische Behörde erst recht nicht entziehen. Denn Baden ist kein Nobody, ist Zentrumsgemeinde, geschichtsträchtige kulturelle Hauptstadt des Aargaus, Sitz wichtiger Firmen. Es gibt nur eine Lösung: 2015 muss die Stadtregierung im Interesse aller zurücktreten. Es folgen automatisch Neuwahlen. Dabei müssen die Karten offen auf den Tisch gelegt werden. Die Bürgerschaft kann auswählen und hat das letzte Wort. Dann erst kann es weitergehen.

Thomas Pauli-Gabi ist Leiter der Abteilung Kultur des Kantons Aargau.

Thomas Pauli-Gabi ist Leiter der Abteilung Kultur des Kantons Aargau.

Warum feiert der Aargau die Unterwerfung durch die Eidgenossen 1415?

Vor 600 Jahren entrissen die Eidgenossen den Habsburgern ihre Stammlande im Aargau. Burgen brannten und Städte öffneten ihre Tore. Es entstanden die Regionen Freiamt, Baden, Berner Aargau und Fricktal. Das Schicksalsjahr 1415 stellt nicht nur für den Aargau, sondern für die gesamte Eidgenossenschaft einen Meilenstein dar. Die Eidgenossen erhielten mit der gemeinschaftlichen Verwaltung des neuen Gebiets erstmals eine gemeinsame Aufgabe. Diese schweisste den jungen Bund zusammen. Man fragt sich: Entstand die Schweiz im Aargau? Ein Erlebnisprogramm unter dem Titel «Die Eidgenossen kommen!» macht von April bis November die historischen Ereignisse und deren Folgen erfahrbar. Höhepunkte sind die nachgestellte Belagerung von Schloss Hallwyl, der Schweizer Gigathlon entlang der historischen Schauplätze und das partizipative Projekt «singender Aargau» im Stadtmuseum in Aarau.

Christine Egerszegi ist FDP-Ständerätin und tritt bei den Wahlen im Herbst nicht mehr an.

Christine Egerszegi ist FDP-Ständerätin und tritt bei den Wahlen im Herbst nicht mehr an.

Wer erbt Christine Egerszegis Sitz im Ständerat?

Kürzlich wurde ich gefragt, ob Pascale Bruderer auch meinen Ständeratssitz erben könnte. Das geht doch nicht, gab ich lachend zurück, und fügte an: Dieses Rennen ist noch offen: Ruth Humbel, als erfahrene Orientierungsläuferin, hat das Ziel seit langem im Auge; Philipp Müller ist als engagierter Parteipräsident überall bekannt und hinter Hansjörg Knecht steht die grösste Aargauer Partei. Entscheidend könnte die Sommersession im Nationalrat werden: Im Rahmen der Kulturbotschaft wird das Programm «Jugend und Musik» behandelt. Analog zu «Jugend und Sport» soll es an den Schulen ab 2016 für gemeinsames Singen und Musizieren für alle Kinder und Jugendliche offen stehen. Im Aargau haben dem Musikverfassungsartikel über 74 Prozent zugestimmt. Wer nun dessen Umsetzung ablehnt, verscherzt sich unzählige Stimmen…